Ist das der Shareholderletter des Jahres? Palantir-Mitgründer Alexander Karp wendet sich direkt an seine treuen Aktionäre. Er warnt davor, dass ganze Staaten den Trend hin zur besten Technologie verschlafen und plädiert dafür, seine eigenen Werte und Anschauungen mutiger zu schützen.
Die Depot-2030-Firma Palantir hat die Wallstreet wieder einmal positiv überrascht. Und der smarte Brief des Firmenchefs an die Anleger übertrifft ebenfalls viele Standard-Ansprachen anderer Firmen.
Konkret schreibt Karp: „Wir stehen am Anfang eines Generationenprojekts. Unsere Finanzergebnisse haben erneut unsere kühnsten Erwartungen übertroffen. Im vierten Quartal des vergangenen Jahres haben wir einen Umsatz von 1,4 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet. Das entspricht einer Wachstumsrate von 70 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.“
Das Geschäft in den Vereinigten Staaten bildet dabei Kern unseres Unternehmens. Hier wurde ein Umsatz von 1,1 Milliarden US-Dollar erzielt – ein Plus von 93 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der deutsche Markt ist relativ unbedeutend – doch im Lauf des Briefes liest man zwischen den Zeilen das Unverständnis, wieso gerade die Palantir-Software, welche dem Staat auf die Finger guckt, wenn er Bürger und Verdächtige analysiert, von einigen Ländern nicht wertgeschätzt wird.
Zunächst freut sich Karp: „Eine solch massive Wachstumsbeschleunigung ist eine bemerkenswerte Leistung – eine Art kosmische Belohnung für all jene, die unser eigenwilliges Projekt akzeptierten oder zumindest nicht gänzlich ablehnten.“
„KI-Markt teils überhitzt“
Palantir erzielt hohe Gewinne – Start-ups wie OpenAI noch nicht. Vielleicht hat er solche im Gedanken wenn Karp schreibt: „Andere Bereiche des – nicht zu Unrecht als überhitzt beschriebenen – Marktes für KI-Systeme könnten unter Druck geraten, ihr Geschäft stärker an den Finanzkennzahlen auszurichten.“
Doch die Nutzung der KI sei essentiell: „Es entsteht eine Kluft zwischen denjenigen, die die Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz erkennen und nutzen können, und anderen, die weitaus anfälliger und orientierungsloser sind. Tatsächlich wird die Welt der KI-Anwendungen zunehmend zu einer Welt der Besitzenden und Nicht-Besitzenden, der „Haves“ und „Have-Nots“. Während einige Institutionen und Nationen florieren, sind andere am Rand zurückgelassen worden.“
Wichtige Erklärung des Geschäftsmodells: „Large Language Models allein werden uns nicht zum Erfolg verhelfen. Um der byzantinischen Komplexität moderner Unternehmen Herr zu werden, bedarf es eines Systems, das zuverlässig und effizient mit ihm interagiert, das heißt mit dem Geflecht aus Datensätzen, Prozessen und Personal.“
Die von Large Language Models erzeugten Textstrings sind ohne eine entsprechende Softwarearchitektur, die ihren Auswürfen eine Grammatik und Struktur verleihen, wenig wert. Die Modelle müssen an Objekte in der realen Welt gebunden sein, und genau diese Verknüpfung, dieses Bindeglied zur Erdung und Orientierung, haben wir geschaffen.“
Anspielung auf Länder wie Deutschland?
Karp macht klar: Palantir ist designt, den Bürger Transparenz und Schutz zu geben. Konkret: „Es ist für viele erstaunlich, dass dasselbe Softwaresystem, das in der Lage ist, einen Terroranschlag zu verhindern, auch in der Lage sein könnte, einen verfassungswidrigen Eingriff des Staates in die Privatsphäre der Bürger zu verhindern.
Aber das ist das Softwaresystem, das wir bewusst entwickelt haben.
Und zusammen mit den Large Language Models, die die Welt verändert haben, wird diese Software nicht nur die nationale Sicherheit der USA umgestalten, sondern auch unsere kollektive Fähigkeit, uns gegen staatliche Übergriffigkeit zu schützen, grundlegend verändern.“
Freiheit vor geheimer Überwachung
Ziel sei die Freiheit von ungerechtfertigter staatlicher Überwachung – sei es durch ein „wachsames Auge“ oder ein „ungebetenes Ohr“ des Staates. Dies erfordere jedoch den Aufbau eines technischen Systems, das so konzipiert ist, dass es die Kontrolle über die eigene Nutzung ermögliche und den Zugang zu Materialien und Informationen einschränke anstatt erweitert. Dies soll sicherzustellen, dass der Staat und seine Akteure nur das sehen können, was gesehen werden sollte, mithilfe funktionaler Prüfprotokolle.
„Wir sind einzigartig“
Karp erklärt seinen Aktionären: „Genau das ist das System, das wir aufgebaut haben. Es ist einzigartig und unserer Überzeugung nach ohne Gleichen.“
Aber: Viele würden „den einfacheren Weg“ wählen, indem sie Technologie leichtfertig als Feind abtun. Problem: „Damit berauben sie sich jeglicher Mitwirkung an der Gestaltung unseres wirksamsten Schutzschildes gegen eben jene Regierung, der wir dienen.“
Karp ist Idealist und Philosoph und sorgt sich zudem, dass unsere Zivilisation in Bezug auf unsere Überzeugungen unsicher geworden sei. „Wir sind auf dem Rückzug, voller Angst vor gemeinsamen Bestrebungen und Identität.
Karp befürchtet, dass ein Graben in der Welt entsteht. „Der Graben verläuft zwischen denjenigen, die den Mut haben, etwas aufzubauen, sich anderen auszusetzen, Scheitern und Niederlagen zu riskieren, und denjenigen, deren Selbstverständnis auf einer rein oppositionellen Identität beruht, einer losen Konstellation von Überzeugungen, dass man anderen moralisch und konstitutionell überlegen ist.“
Schutz der Tänzer und Poeten
Karp endet mit den Worten: „Es gibt Tänzer, Poeten, Maler, Schriftsteller, Lehrer, Revolutionäre und Radikale – sie alle sind Schöpfer. Wir müssen die Wagnisse würdigen, die sie eingehen, die Überzeugungen, für die sie einstehen, und die Imperien, die sie aufbauen.“
Über Palantir spricht er als eine „turbulente Künstlerkolonie, die eher einer Ingenieurskommune als einem Konzern gleicht.“
Wohl auch um den politischen Hass auf beiden Seiten in den USA zu adressieren, sagt Karp: „Ein gewisses Maß an Bescheidenheit und die Suche nach einem Funken Menschlichkeit im Gegenüber kann ein entscheidender Vorteil sein. Die bei uns weit verbreitete Neigung, unsere Gegner, ob geopolitisch oder anderweitig, als Karikaturen darzustellen und deren Stärken und Vorteile nicht anzuerkennen, wird unsere Fähigkeit, uns langfristig gegen sie durchzusetzen, nur schmälern.“
Palantir wurde 2024 ins Depot 2030 gekauft und liegt aktuell über 600 Prozent vorne. Zwischenzeitlich hatte uns der Mitgründer von Alex Karp, Joe Lonsdale die Stärke der Palantir-Software im Teams-Interview live aus Texas erklärt.
Palantir ist transparent – doch andere sind günstiger
Ein Insider sagte dem AKTIONÄR HSR auch in Deutschland, die Qualität der Plattform sei in Europa „unerreicht“ und die mediale Kritik daran „unsäglich.“ Und Palantir-Deutschland-Chef Markus Löffler gegenüber dem AKTIONÄR: „Die Software von Palantir könnte dazu beigetragen haben, den Anschlag am Breitscheidplatz zu verhindern. (….) Wir bauen keine Blackboxen, und unsere Kunden können verstehen und sehen, was passiert.“
Dennoch: Es ist mittlerweile klar, dass sich der BUND nach neuen Alternativen umsieht – wir reagieren darauf im Depot 2030.
„Deutsche Palantir?!“
Jetzt ist die neue HSR-Ausgabe erschienen. Nach über 500 Prozent (!) Plus mit der Palantir-Aktie seit 2024 setzt das Depot 2030 nun auf eine neue Alternative! Wir kaufen einen deutschen Spezialisten für Geheimnisse, der uns bestätigt: Ja, man könnte mit Partnern Alternativen zu Palantir anbieten! Genau das, was derzeit gesucht wird. Chance: Palantir ist 280-mal größer als der neue Geheimtipp im Depot 2030.
Plus 2 neue KI-Hot-Stocks
Plus neu im Report 04/2026: Zwei weitere Hot-Stocks, die Palantir-ähnliche Services anbieten und vor der Entdeckung stehen. „Wir sind bereit“, sagt mir ein CEO. Einfach hier für alle Details und Transaktionen freischalten und ab 2026 profitieren.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Palantir Technologies.
Heute, 15:27