Die US-Börsen geraten weiter unter Druck. Der Ölpreis steigt auf den höchsten Stand seit Monaten, die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen erreicht den höchsten Wert seit Jahren. Gleichzeitig wächst die Erwartung, dass die US-Notenbank schon in der kommenden Woche die Zinsen anheben könnte. Vor dem entscheidenden Inflationsbericht am Freitag steht für Anleger viel auf dem Spiel.
Am US-Aktienmarkt haben die Verluste am Donnerstag angehalten. Der Dow Jones Industrial Average gab 316 Punkte oder 0,6 Prozent ab. Der S&P 500 verlor ebenfalls 0,6 Prozent und verzeichnete damit den vierten Verlusttag in Folge. Der Nasdaq-100 büßte 1,1 Prozent ein.
Für zusätzlichen Druck sorgte der Ölpreis. Der Iran-Krieg zieht sich inzwischen fast sieben Monate hin. Gleichzeitig nehmen die Sorgen zu, dass die hohen Energiekosten den Inflationsdruck dauerhaft verstärken. Der Preis für US-Öl der Sorte WTI stieg um 6,7 Prozent auf 102,48 Dollar je Barrel. Brent verteuerte sich um 5,9 Prozent auf 107,63 Dollar. Beide Sorten erreichten damit den höchsten Schlussstand seit dem 19. Mai.
Seit Beginn des Krieges Ende Februar hat sich WTI um 52,9 Prozent verteuert. Auf Jahressicht liegt das Plus sogar bei 78,5 Prozent. Die steigenden Energiekosten belasten die Konjunkturerwartungen und erhöhen zugleich den Druck auf die US-Notenbank.
Das zeigte sich am Anleihemarkt. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg zeitweise über 4,945 Prozent. Der US-Finanzminister macht derzeit keine gute Figur (mehr dazu in den Beiträgen am Artikelende).
Steigende Renditen machen Aktien, vor allem hoch bewertete Technologiewerte, für Anleger weniger attraktiv. Intel und Micron Technology verloren jeweils rund 5 Prozent.
Am Freitag folgt der entscheidende Verbraucherpreisbericht. Erwartet wird eine vergleichsweise moderate Kerninflation, während höhere Benzinpreise die Gesamtrate nach oben treiben dürften. Die Daten werden nur wenige Tage vor der nächsten Sitzung der US-Notenbank am 15. und 16. September veröffentlicht.
An den Terminmärkten wird eine Zinserhöhung um einen Viertelprozentpunkt inzwischen mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 74 Prozent eingepreist. Noch vor wenigen Tagen galt ein solcher Schritt als deutlich weniger wahrscheinlich.
Nachbörslich haben Adobe und Oracle Zahlen veröffentlicht. Mehr dazu und was sonst noch los war, lesen Sie in den folgenden Beiträgen.
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