Brian Armstrong meldet sich selten so klar zu Wort wie in diesen Tagen. Der Coinbase-Chef sprach in Singapur mit Bloomberg Television und äußerte sich zu gleich mehreren Themen, die Anleger in der Kryptobranche derzeit beschäftigen: dem Bitcoin-Kurszyklus, der Regulierung in den USA und einer Steuerdebatte, die seine eigene Heimat betrifft. Eine seiner Aussagen dürfte besonders aufhorchen lassen.
Auf die Frage nach dem aktuellen Bitcoin-Zyklus sagte Armstrong (Foto oben): „Bitcoin durchläuft diese Vierjahreszyklen. Ich persönlich glaube, dass wir das Tief des Bitcoin-Preises in diesem Zyklus gesehen haben und dass der Kurs in den kommenden ein bis zwei Jahren, während wir uns dem nächsten Halving nähern, wieder steigen wird.“
Das Halving ist ein fest programmiertes Ereignis im Bitcoin-Netzwerk, bei dem sich die Belohnung für neu geschürfte Bitcoin halbiert und das Angebot an neuen Coins dadurch verknappt wird.
Auch regulatorisch sieht Armstrong Fortschritte. Die Klarheit für die Kryptobranche in den USA werde deutlich besser, sagte er und verwies auf den sogenannten Clarity Act. Das ist ein Gesetzesvorhaben im US-Kongress, das klare Zuständigkeiten zwischen den Aufsichtsbehörden SEC und CFTC für Kryptowerte schaffen soll. Der Clarity Act stehe kurz vor dem Abschluss. Sollte das Gesetz doch nicht durch den Senat kommen, hätten SEC und CFTC bereits signalisiert, notfalls eigene klare Regeln zu veröffentlichen. Armstrong rechnet in beiden Fällen mit einer Entscheidung innerhalb der nächsten ein bis zwei Wochen.
Coinbase-Trends
Für die Zukunft von Coinbase nannte der CEO vier Trends, auf die er bis 2027 setzt: Stablecoin-Zahlungen, die Tokenisierung von Aktien, Prognosemärkte und automatisiertes Finanzwesen durch Künstliche Intelligenz. Bei Stablecoins, digitalen Token, die eins zu eins an eine Währung wie den US-Dollar gekoppelt sind, sei er besonders zuversichtlich. Zudem wolle Coinbase tokenisierte Aktien, also digital abgebildete Anteile echter Unternehmen, bald auch in den USA anbieten.
Während sich der Bitcoin-Kurs zuletzt relativ unauffällig entwickelt hat, präsentiert sich der Coinbase-Chef zuversichtlich. DER AKTIONÄR wiederum sieht die Coinbase-Aktie positiv – und beschäftigt sich in seiner aktuellen Ausgabe (38/26) ausführlich mit den Perspektiven von Bitcoin.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.
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