Ein Bitcoin-Insider sorgt mit einer gewagten Prognose für Aufsehen: Der Kurs der Kryptowährung könnte sich seiner Einschätzung nach bis 2030 verfünffachen. Gleichzeitig gerät die Branche an anderer Stelle unter Druck. Ein millionenschwerer Sicherheitsvorfall zeigt erneut die Schwachstellen des Krypto-Ökosystems auf.
- Coinbase-CEO Brian Armstrong hält 300.000 bis 400.000 Dollar je Bitcoin bis 2030 für sehr wahrscheinlich.
- Das Liquid Network stoppte nach einem Exploit sämtliche Transaktionen, rund 4.000 Bitcoin sollen betroffen sein.
- Am 15. September steht im US-Senat eine wichtige prozedurale Abstimmung über den Digital Asset Market CLARITY Act an.
Coinbase-CEO Brian Armstrong hatte sich Ende August im US-Sender Fox Business ausgesprochen optimistisch zur langfristigen Entwicklung von Bitcoin gezeigt. Seiner Einschätzung zufolge ist es sehr wahrscheinlich, dass die Kryptowährung in den kommenden Jahren bis 2030 einen Kurs zwischen 300.000 und 400.000 Dollar erreicht. Zum Zeitpunkt der Aussage notierte Bitcoin bei rund 72.660 Dollar. Das untere Ende der Prognose würde damit bereits mehr als eine Vervierfachung bedeuten. Am oberen Ende wären ausgehend vom aktuellen Bitcoin-Kurs von knapp 80.000 Dollar sogar eine Verfünffachung möglich.
CLARITY Act als Katalysator
Als mögliche Treiber verwies er unter anderem auf die weitere Regulierung des US-Kryptomarktes. Im Mittelpunkt steht dabei der Digital Asset Market CLARITY Act. Für den 15. September ist im US-Senat eine prozedurale Abstimmung über das Gesetz vorgesehen. Eine endgültige Verabschiedung wäre damit allerdings noch nicht erreicht.
Auch die traditionell starke Entwicklung von Bitcoin im vierten Quartal könnte laut Armstrong für Rückenwind sorgen. Die optimistische Einschätzung kommt zudem vor dem Hintergrund der zunehmenden politischen Unterstützung für den Kryptosektor in den USA. Und: Brian Armstrong ist mit seiner bullishen Prognose nicht alleine: Binance-Gründer Changpeng Zhao (CZ) und Cathie Wood trauen dem Bitcoin sogar den Anstieg auf eine Million Dollar zu.
Während Armstrong damit das große Bild zeichnet, zeigt ein neuer Sicherheitsvorfall allerdings auch die Risiken des Kryptomarktes. Das Liquid Network, eine von Börsen und anderen Marktteilnehmern genutzte Bitcoin-Sidechain, musste nach einem Exploit sämtliche neuen Transaktionen stoppen.
320-Millionen-Dollar-Exploit sorgt für Gegenwind
Nach Angaben des Netzwerks wurden rund 4.000 der insgesamt etwa 4.200 Bitcoin aus der sogenannten Federation Wallet abgezogen. Zum aktuellen Wert entspricht das einem Volumen von rund 320 Millionen Dollar.
Brisant: Offenbar wurden nicht einfach private Schlüssel oder Passwörter gestohlen. Nach ersten Erkenntnissen lag die Ursache vielmehr in einem Softwarefehler auf Ebene der Transaktionsknoten. Dem Betreiber Blockstream zufolge hatte ein Fehler in Elements dazu geführt, dass ein Teil der Bitcoin im System fehlerhaft erzeugt wurde.
Hacker nennen sich „White Hats“
Die Hintermänner beziehungsweise Finder der Schwachstelle sollen sich selbst als sogenannte White-Hat-Hacker bezeichnen. Dabei handelt es sich um Sicherheitsforscher, die Schwachstellen gezielt ausnutzen, um auf Sicherheitslücken aufmerksam zu machen oder eine spätere Rückgabe der Vermögenswerte zu ermöglichen.
Ob die gestohlenen Bitcoin tatsächlich zurückgegeben werden, ist bislang offen. Ebenso hat Liquid noch keinen konkreten Zeitpunkt genannt, wann der normale Netzwerkbetrieb wieder aufgenommen werden kann.
Der Bitcoin beißt sich an der 80.000-Dollar-Marke weiter die Zähne aus. Trotzdem bleibt das langfristige Potenzial groß. Eine Depotbeimischung ist empfehlenswert. Wer wissen will, welche Kryptowährungen abseits des Bitcoin gerade heiß sind, erfährt dies im Telegram-Kanal „Krypto Insights“ von Krypto-Experte Oliver Michel.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.
Heute, 06:27
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