Der Bitcoin kämpft aktuell mit der Marke von 80.000 Dollar. Bis 100.000 Dollar ist es noch ein gutes Stück – von einer Million ganz zu schweigen. Doch genau diese Marke hält Binance-Mitgründer Changpeng Zhao (CZ) für unausweichlich. Auch Cathie Wood trommelt seit Jahren für den Bitcoin-Millionen-Kurs. Wie realistisch sind diese Prognosen?
- Bitcoin muss zunächst die 80.000-Dollar-Marke nachhaltig überwinden.
- Bis 100.000 Dollar ist es noch ein weiter Weg – von dort bis zur Million ein noch viel größerer.
- Die Prognosen von CZ und Cathie Wood sind extrem langfristig. Trotzdem ist ungewiss, ob sie jemals eintreffen.
Die Realität an den Kryptomärkten sieht derzeit deutlich weniger spektakulär aus als die großen Kursziele der Bitcoin-Bullen. Die Kryptowährung hat sich zwar von ihren jüngsten Tiefs erholt, kommt aber bereits an der Marke von 80.000 Dollar ins Straucheln. Genau diese Hürde muss Bitcoin zunächst überwinden. Gelingt ein nachhaltiger Ausbruch, könnte anschließend die psychologisch wichtige Marke von 100.000 Dollar wieder ins Visier rücken. Von einer Million Dollar ist Bitcoin damit allerdings noch „Lichtjahre“ entfernt.
Binace-CEO bullish
Changpeng Zhao sieht das wesentlich optimistischer. Der Binance-Mitgründer erklärte bei der Veranstaltung Bitcoin Asia 2026, dass Bitcoin seiner Ansicht nach zunehmend mit Gold konkurrieren werde. Immer mehr Anleger könnten die Kryptowährung als Alternative zu dem Edelmetall betrachten.
Noch weiter geht CZ bei seiner Kursprognose. Bitcoin werde die Marke von 1.000.000 Dollar erreichen. 25 Jahre werde es dafür seiner Einschätzung nach nicht brauchen. Bereits in der Vergangenheit hatte CZ das Jahr 2035 als möglichen Zeitraum für das Erreichen der Million genannt. Eine steile These. Denn dafür müsste sich der Bitcoin vom aktuellen Niveau aus mehr als verzwölffachen.
33 Prozent pro Jahr nötig
Damit das innerhalb von neun Jahren gelingt, wäre eine durchschnittliche jährliche Rendite von rund 33 Prozent notwendig. Unmöglich ist das nicht. Bitcoin hat in der Vergangenheit weitaus höhere Renditen erzielt. Doch genau hier liegt der Haken: Je größer die Marktkapitalisierung wird, desto schwieriger wird es, die bisherigen Wachstumsraten zu wiederholen. Die Annahme, dass Bitcoin auch in Zukunft über viele Jahre hinweg mit rund einem Drittel pro Jahr zulegt, ist deshalb alles andere als realistisch.
Cathie Wood orakelt ebenfalls seit Jahren
CZ ist zudem keineswegs der Erste, der die Bitcoin-Million ausruft. Cathie Wood von ARK Invest gehört zu den bekanntesten Vertretern dieser These. Wood und ihre Investmentfirma ARK Invest haben bereits vor Jahren extrem bullische Bitcoin-Prognosen veröffentlicht. Für 2030 wurde unter anderem ein Kursziel von mehr als einer Million Dollar im optimistischen Szenario genannt.
Das Problem bei solchen Prognosen: Der Zeitraum ist lang genug, um nahezu jede Entwicklung mit einem neuen Szenario zu erklären. Bitcoin kann zwischenzeitlich massiv steigen, genauso gut aber auch über Jahre hinweg deutlich hinter den Erwartungen zurückbleiben. Die Bitcoin-Million bleibt deshalb vorerst eine Wette auf eine sehr dynamische Zukunft der Kryptowährung – und keine belastbare Prognose.
Erst 80.000, dann 100.000 – und irgendwann die Million?
Wer wissen will, ob die Million realistisch ist, sollte deshalb zunächst einen Blick auf die deutlich näher liegenden Kursmarken werfen.
80.000 Dollar sind aktuell die erste Hürde. Danach wartet die Marke von 100.000 Dollar. Erst wenn Bitcoin diese Widerstände nachhaltig hinter sich lässt, dürfte wieder ernsthaft über neue Rekordstände diskutiert werden. Und selbst 100.000 Dollar wären gerade einmal ein Zehntel des von CZ und Wood in Aussicht gestellten Kursziels. Von 100.000 auf eine Million Dollar müsste sich Bitcoin anschließend noch einmal verzehnfachen. Das zeigt, wie unwahrscheinlich die These aktuell tatsächlich ist.
Leiden CZ und Wood an Realitätsverlust?
Zurück zur eigentlichen Frage: Leiden CZ und Wood an Realitätsverlust? Ganz so einfach ist es nicht. Denn die Bitcoin-Million ist rechnerisch möglich. Zudem behaupten weder CZ noch Wood, dass Bitcoin morgen auf eine Million Dollar steigt. Beide argumentieren mit einem langfristigen Szenario, in dem Bitcoin zunehmend Kapital aus klassischen Anlageklassen abzieht. Der Begriff „Realitätsverlust“ ist deshalb bewusst provokant gewählt.
Allerdings sollten Anleger genau hinterfragen, wer eine solche Prognose abgibt, welche Interessen dahinterstehen und wem ein steigender Bitcoin-Kurs letztlich nützt. Weder Changpeng Zhao noch Cathie Wood sind neutrale Beobachter des Kryptomarktes. Beide haben ein wirtschaftliches Interesse an einem positiven Bitcoin-Narrativ – wenn auch auf unterschiedliche Weise. Das bedeutet nicht, dass die Prognosen von Wood oder Zhao deshalb falsch sein müssen. Es bedeutet aber: Anleger sollten solche Aussagen nicht mit einer unabhängigen wissenschaftlichen Analyse verwechseln.
Langfristig hat sich Bitcoin bislang prächtig entwickelt. Der Weg zur Marke von einer Million Dollar ist allerdings noch weit – und dürfte von zahlreichen Aufs und Abs geprägt sein. Ob CZ und Wood am Ende richtig liegen, wird sich erst zeigen. Anleger sollten deshalb Kursziele stets kritisch hinterfragen und die eigenen Erwartungen nicht allein an spektakulären Prognosen ausrichten. Eine Bitcoin-Beimischung im Depot ist jedoch aus Sicht des AKTIONÄR sinnvoll.
Wer Bitcoin auf diesem Weg begleiten und die Entwicklungen am Kryptomarkt im Blick behalten möchte, findet im Telegram-Kanal Krypto Insights von Krypto-Experten Oliver Michel weitere Informationen.
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Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.
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