Bei der Deutschen Telekom steigt ein einflussreicher US-Investor ein – und hat offenbar bereits konkrete Vorstellungen. Elliott Investment Management hat eine größere Beteiligung an dem Bonner Telekommunikationskonzern aufgebaut. Gleichzeitig stellt der aktivistische Investor die geplante engere Verzahnung mit der US-Tochter T-Mobile infrage.
- Elliott steigt bei der Deutschen Telekom ein und fordert Veränderungen.
- Der US-Investor stellt die mögliche Fusion mit T-Mobile US infrage.
- Die Fragen nach einem höhere Aktienrückkaufprogramm steht im Raum.
Nach Informationen von Bloomberg will Elliott, geführt von Paul Singer, die Deutsche Telekom dazu bewegen, alternative Wege zur Steigerung des Aktionärswerts zu prüfen. Dazu könnten unter anderem höhere Aktienrückkäufe gehören. Eine vollständige Zusammenlegung mit T-Mobile US lehnt der Investor demnach ab.
Damit gerät Elliott direkt mit Telekom-Chef Tim Höttges aneinander. Dieser arbeitet seit Längerem daran, die Deutsche Telekom und T-Mobile US noch enger zusammenzuführen. Die Deutsche Telekom hält derzeit rund 53 Prozent an ihrer US-Tochter.
Bereits im April hatte Bloomberg berichtet, dass die Telekom über eine neue Holdingstruktur nachdenkt. Ziel wäre eine vereinfachte Konzernstruktur, unter der die Geschäfte von Deutsche Telekom und T-Mobile zusammengeführt werden könnten. Die bestehenden Aktionäre beider Unternehmen würden an der neuen Gesellschaft beteiligt. Ein solcher Schritt wäre ein Mega-Deal. Bloomberg zufolge könnte es sich um die größte öffentliche M&A-Transaktion der Geschichte handeln. Allerdings gibt es bereits Widerstand. Auch innerhalb von T-Mobile US sollen sich Führungskräfte kritisch zu einer möglichen Zusammenlegung geäußert haben.
Wie groß die Beteiligung von Elliott an der Deutschen Telekom genau ist, ist bislang nicht bekannt. Nach deutschem Wertpapierrecht müssen Investoren Beteiligungen ab drei Prozent offenlegen. Sollte Elliott diese Schwelle überschritten haben, dürfte damit in absehbarer Zeit mehr Klarheit über die Größe der Position entstehen.
Elliott gilt als einer der bekanntesten aktivistischen Investoren weltweit. Die Investmentgesellschaft steigt gezielt bei Unternehmen ein und drängt anschließend auf Veränderungen, die aus ihrer Sicht den Wert für Aktionäre steigern können. Zuletzt hatte Elliott unter anderem eine Beteiligung an Air Liquide aufgebaut und dort höhere Margen gefordert.
An der Börse lief es für die Bonner zuletzt allerdings weniger rund. Die Telekom-Aktie hat in Frankfurt auf Sicht von zwölf Monaten rund neun Prozent verloren. Der Konzern kommt damit auf eine Marktkapitalisierung von etwa 138 Milliarden Euro. T-Mobile US hat im gleichen Zeitraum sogar mehr als 25 Prozent eingebüßt und wird mit rund 200 Milliarden Dollar bewertet.
Der Einstieg von US-Hedgefondslegende Paul Singer könnte der Telekom-Aktie neue Dynamik bescheren. Aktuell drängt sich Neueinstieg angesichts des Chartbilds noch nicht wieder auf. Stattdessen schlagen Anleger bei diesen Aktien zu.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Deutsche Telekom.
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