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Vonovia: Droht bald der Berlin‑Schock?

Vonovia: Droht bald der Berlin‑Schock?
Foto: Horst Galuschka/picture alliance/dpa
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Michael Herrmann Heute, 14:25 Michael Herrmann
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Am 20. September steht für Vonovia viel auf dem Spiel. Der Ausgang der Berlin-Wahl ist offen wie selten zuvor. Und die mögliche Enteignung von Wohneigentum ist eines der heißesten Wahlkampfthemen. Das würde vor allem einen Großvermieter treffen: Vonovia. Der DAX-Konzern ist der mit Abstand größte private Wohnungsvermieter in Berlin.

  • Die Enteignungsdebatte kocht im Berliner Wahlkampf wieder hoch.
  • Vonovia besitzt in Berlin Immobilien im Wert von 23,2 Milliarden Euro.
  • Vor allem im Falle eines Wahlsiegs der Linken dürfte das Thema heiß bleiben.

Vonovia ist der mit Abstand größte private Wohnungsvermieter der Hauptstadt. 138.000 Wohnungen gehören dem Konzern in der Hauptstadt. Zum Vergleich: Der zweitgrößte Vermieter der Hauptstadt – Heimstaden Germany – kommt auf 20.000.

Entsprechend groß ist der Wert des Berliner Vonovia-Portfolios. Zum Halbjahr 2026 wies der Konzern für Berlin einen Immobilienwert von 23,2 Milliarden Euro aus. Sollte die Politik die Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände tatsächlich vorantreiben, wäre Vonovia somit stark betroffen.

Die politische Grundlage für die Diskussion bildet der Volksentscheid von 2021. Rund 56 Prozent der Teilnehmer stimmten damals dafür, profitorientierte Immobilienunternehmen mit mehr als 3.000 Wohnungen zu vergesellschaften. Umgesetzt wurde das Votum bislang nicht.

Die Bundesregierung will Enteignungsplänen zwar rechtliche und politische Hürden in den Weg stellen. Das Thema ist damit jedoch trotzdem nicht vom Tisch. Vor allem die Linke hat Wohnungsenteignungen zu einem ihrer zentralen Wahlkampfthemen gemacht. In Umfragen liegt sie regelmäßig an der Spitze. Linken-Chefin Ines Schwerdtner bezeichnete eine Enteignung großer Mietkonzerne zuletzt sogar als Bedingung für eine Koalition in Berlin.

Zusätzlichen Druck könnte eine Bürgerinitiative erzeugen. Sie hat angekündigt, Anfang 2027 einen Gesetzes-Volksentscheid auf den Weg zu bringen. Kommt das Vorhaben zustande und erreicht es sowohl die Mehrheit der abgegebenen Stimmen als auch das Zustimmungsquorum von mehr als 600.000 Ja-Stimmen, wäre das Gesetz angenommen – ohne dass das Abgeordnetenhaus darüber abstimmen müsste.

Sollte die Linke bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin stärkste Kraft werden, dürfte die Debatte über die Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände deutlich an Fahrt aufnehmen. Für Vonovia kommt das zur Unzeit, da der Konzern ohnehin mit den steigenden Zinsen zu kämpfen hat.

Eine tatsächliche Enteignung ist rechtlich zwar umstritten. Dennoch ist das Risiko nicht komplett zu ignorieren, zumal schon die anhaltende Debatte für Unsicherheit sorgt.

Vonovia (WKN: A1ML7J)

Das Berlin-Risiko ist nicht zu ignorieren. Dass es wirklich zu Enteignungen kommt, ist zwar zweifelhaft. Dennoch ist allein die anhaltende Diskussion darüber Gift für die Aktie des mit Abstand größten Vermieters der Hauptstadt. Speziell im Falle eines Wahlsiegs der Linken dürfte die Enteignungsdebatte noch einmal deutlich an Lautstärke gewinnen. Hinzu kommen ein komplett angeschlagenes Chartbild und düstere Zinsaussichten als weitere Belastungsfaktoren. Anleger machen daher weiter einen Bogen um Vonovia.

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