Nvidia stellt für das vierte Quartal eine Bruttomarge von 71 bis 72 Prozent in Aussicht, nach 75,0 Prozent im Q2. Der leichte Rückgang ist keine Schwäche des Konzerns, er ist letztlich ein normaler Prozess. Finanzchefin Colette Kress nannte den Grund unaufgefordert: die Speicherknappheit, die der KI-Ausbau selbst erzeugt.
Nvidia teilt seinen Gewinn zunehmend mit anderen Firmen. Doch keiner dieser Gewinner ist ein direkter Konkurrent von Nvidia – es sind die eigenen Zulieferer. Genau darin liegt der eigentliche Kern der Geschichte rund um Nvidias neue Chip-Generation "Vera Rubin": Ausgangspunkt ist keine einfach nur schnellere Rechenchip, sondern eine grundlegend neue Art, wie Nvidia seine Systeme baut. Früher verkaufte Nvidia einzelne Server. Seit der vorherigen Generation "Grace Blackwell" verkauft Nvidia stattdessen vor allem komplette Schränke ("Racks"), in denen 72 Chips über eine spezielle Verbindung (NVLink) wie ein einziger, riesiger Computer zusammenarbeiten.
Man kann sich das wie ein Uhrwerk vorstellen statt wie ein normales Regal: Früher konnte man einzelne Geräte einfach ins Regal stellen und bei Ausfall eines Geräts liefen die anderen weiter. Jetzt ist alles wie ineinander verzahnte Zahnräder verbaut – fällt ein einziges Teil aus, steht oft die ganze "Uhr" still, nicht nur ein Teil davon.
Aus diesem neuen Bauprinzip ergeben sich automatisch drei kritische Engpässe:
1. Speicherchips werden knapp: Weil die neuen Chips vor allem bei sogenannten "Inferenz"-Aufgaben (also der eigentlichen Nutzung von KI-Modellen, nicht dem Training) stark von schnellem Datenzugriff abhängen, braucht jeder einzelne Rubin-Chip riesige Mengen an Hochleistungsspeicher (288 Gigabyte HBM4). Dadurch werden die Hersteller dieser Speicherchips zum Flaschenhals.
2. Fertigungskapazität wird knapp: Da die großen Rechenchips und die Speicherbausteine sehr eng zusammengebaut werden müssen, wird auch die dafür nötige spezielle Fertigungstechnik (CoWoS) zum zweiten Engpass.
3. Tests vor der Auslieferung werden zur Pflicht: Weil bei so dicht verbauten Systemen ein einzelner fehlerhafter Chip das ganze System lahmlegen kann, müssen die Chips künftig aufwendiger vorab getestet werden ("Burn-in"). Das erklärt, warum Testfirmen wie Aehr, Teradyne und FormFactor derzeit so viele Aufträge bekommen.
Auch die Stromversorgung wird zur Herausforderung
Die zweite große Herausforderung hat gar nichts mit Chips zu tun, sondern mit Energie: Ein einzelnes Vera-Rubin-Rack verbraucht etwa 190 bis 230 Kilowatt Strom – das ist enorm viel. Eine Kühlung mit normaler Luft reicht dafür nicht mehr aus; Wasser- bzw. Flüssigkühlung ist damit keine Option mehr, sondern zwingend notwendig. Beim übernächsten Nvidia-Chip namens "Kyber" wird sogar normales Kupferkabel an seine physikalischen Grenzen stoßen. Deshalb steigt Nvidia dort auf eine andere Stromtechnik um (800 Volt Gleichstrom) – das soll aber laut Nvidias eigenem Zeitplan erst 2027 in Serie gehen. Hinzu kommt eine weitere Besonderheit, die kaum jemand auf dem Schirm hat: Der Stromverbrauch dieser Chips schwankt extrem schnell, teils innerhalb von Sekundenbruchteilen. Normale Stromnetze sind auf solche schnellen Schwankungen nicht ausgelegt. Deshalb braucht es zusätzliche Batteriespeicher direkt am Rechner-Schrank – und im nächsten Schritt sogar eigene Turbinen, Transformatoren und eine offizielle Genehmigung.
Wie bei der Nvidia-Aktie nun konkret zu handeln ist, erfahren Sie hier.
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Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.
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Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.
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