Die Bullen schlagen wieder zu. Trotz durchwachsener Vorgaben aus New York kehren die Käufer am Freitag auf das Frankfurter Börsenparkett zurück. Im Schlussspurt rettet der DAX die 25.000-Punkte-Marke ins Wochenende. Der deutsche Leitindex beendet den Handel auf Tageshoch und bringt ein Wochenplus von 1,4 Prozent ins Ziel. Auch in der zweiten und dritten Börsenreihe überwiegen die Gewinne.
Zum Börsenschluss stand der DAX 1,4 Prozent höher als am Vortag bei 25.099 Punkten. Der MDAX gewann am heutigen Tag 0,9 Prozent auf 31.966 Zähler, der SDAX schloss 0,7 Prozent fester bei 7.549 Punkten.
Ölpreis dreht nach unten – Gold glänzt
Entlastung kam vor allem durch den wieder gesunkenen Ölpreis. Die Nordsee-Sorte Brent fiel nach dem kräftigen Anstieg vom Donnerstag wieder unter die Marke von 100 Dollar je Barrel. Damit ließen auch die Inflations- und Zinssorgen etwas nach. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sank auf 3,18 Prozent, nachdem sie am Vortag den höchsten Stand seit 2011 erreicht hatte.
Von einer echten Entspannung kann dennoch keine Rede sein. In der Nacht griffen die USA erneut Ziele im Iran an. Ein neuer Waffenstillstand ist vorerst nicht in Sicht. Stattdessen droht sich der Konflikt mit den Attacken der Huthi-Miliz auf saudische Schiffe im Roten Meer auf eine weitere wichtige Handelsroute auszuweiten. Hinzu kommen neue US-Zölle von bis zu 12,5 Prozent auf Importe aus rund 60 Handelspartnern.
Die Edelmetalle präsentierten sich zum Wochenschluss fester. Gold notierte zuletzt 0,4 Prozent im Plus bei 4.065 Dollar je Feinunze. Silber entwickelte sich wie gewohnt dynamischer und gewann am Abend 1,7 Prozent auf 58,58 Dollar. Beide Metalle starteten nach einem schwachen Start im Tagesverlauf nach oben durch.
Software-Trio führt die Siegerlisten an
An der DAX-Spitze sorgte Index-Schwergewicht SAP für einen kräftigen Schub. Die Aktie gewann heute 9,3 Prozent, nachdem der Cloud-Auftragsbestand im abgelaufenen Quartal überraschend kräftig auf 22,9 Milliarden Euro anstieg (DER AKTIONÄR berichtete). Die starken SAP-Zahlen gaben dem gesamten Softwaresektor Auftrieb. So führte Nemetschek den MDAX mit einem Kursgewinn von 6,0 Prozent an.
Zusätzlich lieferte auch der SDAX-Konzern Atoss Software ein starkes Zahlenwerk ab: Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um zwölf Prozent 103 Millionen Euro. Das EBIT kletterte von 31,0 Millionen Euro 36,2 Millionen Euro. Besonders gut kam an, dass die Auftragslage deutlich anzog und Atoss das Margenziel für 2027 von mindestens 33 Prozent auf mindestens 35 Prozent anhob. Der Kurs schoss am Freitag um 9,8 Prozent nach oben.
Volkswagen bremst Porsche und Traton aus
Deutlich weniger erfreulich fiel der Quartalsbericht des größten deutschen Autobauers aus: Der operative Gewinn fiel im zweiten Quartal um rund zehn Prozent auf 3,47 Milliarden Euro und verfehlte damit die Konsensschätzung von 4,13 Milliarden Euro deutlich. Der bereinigte Gewinn je Aktie brach sogar um fast ein Drittel auf 3,58 Euro ein. Zudem kappte VW-Vorstandschef Oliver Blume die Umsatzprognose. Statt eines Zuwachses von bis zu drei Prozent stellt Volkswagen nun bestenfalls stagnierende Erlöse in Aussicht. Im schlechtesten Fall droht ein Rückgang um drei Prozent (DER AKTIONÄR berichtete).
Die Vorzugsaktien von Volkswagen gaben um 2,0 Prozent nach. Noch stärker traf es die Papiere der Konzerntochter Porsche AG mit einem Kursverlust in Höhe von 3,6 Prozent. Auch die Nutzfahrzeugtochter Traton konnte nicht an die Rekordfahrt vom Vortag anknüpfen und verlor 2,2 Prozent. Bereits am Montagmorgen folgt mit den Q2-Zahlen der Marke Audi das nächste Stimmungsbild aus dem Konzern. Andere Automobilwerte wie BMW (plus 0,1 Prozent) und Mercedes-Benz (plus 1,0 Prozent) standen am Freitag auf der Gewinnerseite.
Munich Re überrascht – bei Verbio wird Kasse gemacht
Positive Nachrichten gab es zudem von Munich Re: Der Rückversicherer übertraf mit seinen vorläufigen Quartalszahlen die Erwartungen deutlich und untermauerte damit seine hohe Ertragskraft. Die Aktie legte heute leicht um 0,6 Prozent zu. Alle Details zu den Zahlen lesen Sie hier.
Am unteren Ende der Kurslisten landeten hingegen mehrere Nebenwerte. Verbio verlor nach der jüngsten Rally 4,6 Prozent. Trotz des weiterhin erhöhten Ölpreises machten Anleger bei dem Biokraftstoffhersteller Kasse. Bilfinger gab 4,5 Prozent nach. Deutsche Bank Research senkte das Kursziel vor den Quartalszahlen von 130 auf 125 Euro, bestätigte allerdings die Kaufempfehlung. Die Analysten rechnen mit einer Belebung des Umsatzwachstums, rechnen jedoch mit verhaltenen Fortschritten des Industriedienstleisters in puncto Margen.
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