Der Volkswagen-Konzern hat im zweiten Quartal erneut einen Gewinnrückgang hinnehmen müssen und damit an die bereits schwache Entwicklung des Vorjahres angeknüpft. Gleichzeitig senkte Europas größter Autobauer seine Erwartungen für den weiteren Geschäftsverlauf.
Konzernchef Oliver Blume rechnet für 2026 beim Umsatz nun bestenfalls mit einer Stagnation, nachdem bislang noch ein Zuwachs von bis zu drei Prozent in Aussicht gestellt worden war. Im ungünstigsten Fall könnte der Erlös sogar um bis zu drei Prozent unter dem Vorjahresniveau liegen, wie das Unternehmen am Freitag bekanntgab.
Im zweiten Quartal legten die Erlöse zwar leicht um zwei Prozent auf 82,4 Milliarden Euro zu. Auf Sicht der ersten sechs Monate ergibt sich damit jedoch lediglich ein nahezu unverändertes Bild. Deutlich schwächer entwickelte sich die Profitabilität: Das operative Ergebnis sank im Zeitraum von April bis Juni um rund zehn Prozent auf 3,47 Milliarden Euro und blieb damit hinter den Markterwartungen von 3,95 Milliarden Euro zurück.
Noch stärker fiel der Rückgang beim Nettogewinn aus. Unter dem Strich verdiente Volkswagen mit 1,54 Milliarden Euro rund ein Drittel weniger als im entsprechenden Vorjahresquartal. Analysten hatten hier im Vorfeld mit einem Nettogewinn von 2,35 Milliarden Euro gerechnet.
Die Aktie von Volkswagen steht im frühen Handel auf Tradegate erneut unter Druck. Gut zwei Prozent geht es nach unten auf 71,00 Euro. Damit besteht die Gefahr, dass die Aktie unter das Anfang Juli bei 69,20 Euro markierte Jahrestief (das gleichzeitig ein Mehrjahrestief ist) zurückfällt und erneut in negatives Signal generiert.
VW hat eine große Aufgabe vor sich. Das Unternehmen muss mit neuen Modellen in China punkten. Zudem gilt es, die Marktposition in Europa zu stabilisieren. Hier ist ordentlich Geduld gefragt. Freundlicher sieht es bei der Tochter Porsche AG aus. Die Aktie hat sich zuletzt deutlich von ihren Tiefs lösen können. Hier wäre nun ein nachhaltiger Ausbruch über die 50-Tage-Linie wichtig.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Volkswagen Vz., Porsche AG.
Heute, 08:09
Bei Google bevorzugen