31.07.2014 Stefan Sommer

DAX kaum verändert erwartet: Banco Espirito Santo, Lufthansa, Barrick Gold, Cancom, Siemens, ProSiebenSat.1 im Fokus

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Barrick Gold
Trendthema

Nach neuerlichen Verlusten zur Wochenmitte zeichnet sich am Donnerstag im DAX eine kaum veränderte Eröffnung ab. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex am Morgen gut einen Punkt höher auf 9.595 Punkte. Damit stünde auf Monatssicht ein Verlust von etwa zweieinhalb Prozent zu Buche. Von den Überseebörsen kommen insgesamt kaum Impulse. Der Der Future auf den Dow Jones Industrial tritt seit Xetra-Schluss vom Mittwoch ebenso auf der Stelle wie die asiatischen Märkte am Morgen. Letztere hätten andere Regionen im Juli deutlich abgehängt, und es bestünden gute Chancen auf eine Fortsetzung dieses Trends, sagte IG-Marktstratege Chris Weston. Ausländische Investoren in Europa mache dagegen nervös, dass die Indizes und der Euro gemeinsam fallen. Tagesaktuell gilt es für die DAX-Anleger die Zahlen von Siemens, FMC, Fresenius und der Lufthansa einzuarbeiten.

Zahlungsausfall von Argentinien droht

Die Last-Minute-Verhandlungen im Schuldenstreit zwischen Argentinien und US-Hedgefonds sind gescheitert. Die zweitgrößte südamerikanische Volkswirtschaft steuert nach 13 Jahren erneut in die Staatspleite. "Unglücklicherweise konnte keine Einigung erzielt werden, und die Republik Argentinien steht vor dem Default (Zahlungsausfall)", sagte der gerichtlich bestellte Schlichter in dem Streit, Daniel Pollack, am Mittwochabend (Ortszeit) nach mehrstündigen direkten Gesprächen der Konfliktparteien in New York, an denen auch Argentiniens Wirtschaftsminister Axel Kicillof teilnahm.

Banco Espirito Santo: Mehr Verlust als gedacht

Die Lage der angeschlagen Großbank BES (Banco Espirito Santo) ist noch schlimmer als befürchtet. Die nach Marktwert drittgrößte portugiesische Bank hat im ersten Halbjahr unter dem Strich 3,6 Milliarden Euro verbrannt. Spekuliert worden war zuletzt noch über ein Minus von rund 3 Milliarden. Abschreibungen und Rückstellungen summierten sich auf 4,25 Milliarden Euro, teilte die Bank am späten Mittwochabend mit. Da das Institut nun nicht mehr die Mindestanforderungen für die Kapitalausstattung von Banken erfüllt, kündigte BES-Chef Vitor Santo an, den Verkauf von Vermögensteilen zu prüfen. Auch sollen die Aktionäre eine Kapitalerhöhung abnicken.

Lufthansa-Enttäuschung: Fliegen wird billiger – Aktie auch

Die Aktie der Deutschen Lufthansa geht im vorbörslichen Handel in den Sinkflug über. Der vorgelegte Gewinn für das zweite Halbjahr lag unter den Erwartungen der Analysten. Die Bloomberg-Schätzung beim bereinigten Gewinn je Aktie von 0,497 Euro wurde um 29 Prozent verfehlt.

Barrick Gold: Schlechte Zahlen, guter Ausblick

Eigentlich sind die Zahlen des Goldriesen Barrick Gold alles andere als gut. Sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn lag der Goldkonzern unter den Erwartungen der Analysten. Dennoch konnte die Aktie im nachbörslichen Handel zulegen. Dies liegt vor allem daran, dass Barrick niedrigere Gesamtkosten für das laufende Jahr in Aussicht stellt.

TSI-Musterdepotwert Cancom: Klasse Zahlen – Aktie bleibt aussichtsreich

Cancom bleibt wie erwartet auf Erfolgskurs. Mit den vorläufigen Zahlen für das zweite Quartal setzt der IT-Dienstleister das starke Wachstum fort. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal auf 189 Millionen Euro gegenüber 140 Millionen Euro im Vorjahr. Ein Plus von 35 Prozent. Das vorläufige, um Einmaleffekte bereinigte Konzern-EBITDA fürs zweite Quartal kletterte überproportional, um 46,2 Prozent auf 11,4 Millionen Euro. Entsprechend beträgt die bereinigte EBITDA-Marge 6,0 Prozent gegenüber 5,6 Prozent im Vorjahreszeitraum.

Siemens: Starke Zahlen – Aktie bald wieder dreistellig?

Der Elektrokonzern Siemens hat vor allem dank des Wegfalls von Umbaukosten im dritten Geschäftsquartal einen Gewinnschub verbucht. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen von April bis Juni 1,4 Milliarden Euro und damit 27 Prozent mehr als im Vorjahr. In diesem Zeitraum hatte Siemens 418 Millionen Euro Sonderkosten für den Konzernumbau verbucht.

ProSiebenSat.1: Starke Zahlen, Aktie im Minus

ProSiebenSat.1 hat im zweiten Quartal erneut von einem kräftigen Wachstum im Digitalgeschäft profitiert. Aber auch das klassische TV-Geschäft lief sehr gut. Konzernweit sei der Umsatz um 10,6 Prozent auf 691,1 Millionen Euro geklettert, teilte der DAX-Kandidat am Donnerstag in München mit. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um 4,8 Prozent auf 219,1 Millionen Euro zu. Damit übertraf der RTL-Konkurrent bei beiden Werten die Erwartungen der von Bloomberg befragten Experten. Konzernchef Thomas Ebeling bestätigte zudem die Prognose für das laufende Jahr und das mittelfristige Wachstumsziel.

(Mit Material von dpa-AFX)