Diese Woche wird die Deutsche Bank ihre Zahlen zum vierten Quartal präsentieren und dabei sicher auch Details zur neuen Strategie, die ab diesem Jahr greifen soll, bekannt geben. Gerade in der deutschen Privatkundensparte soll weiter kräftig gespart werden – durch noch mehr Filialschließungen und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz.
Die Deutsche Bank hat sich bis 2028 ehrgeizige Ziele gesetzt: Die Nachsteuer-Eigenkapitalrendite soll bis dahin mehr als 13 Prozent erreichen, und die Kosten-Ertrags-Quote bei unter 60 Prozent liegen. Für das abgelaufene Jahr hatte der Vorstand einen Wert von unter 65 Prozent angepeilt. Klar ist somit, dass weiter gespart werden muss – bei gleichzeitig steigenden Erträgen.
Einen Fokus scheint die Bank dabei auf die deutsche Privatkundensparte zu legen. In den vergangenen Jahren wurden dort bereits etliche Filialen geschlossen. „Bis Ende 2026 sollen im Rahmen der bestehenden Programme noch rund 100 Standorte wegfallen, nachdem es schon in den vergangenen Jahren Kürzungen gab“, sagte Privatkundenvorstand Claudio de Sanctis der Nachrichtenagentur dpa-AFX. „Damit sehen wir uns auf dem Weg zu einer für uns angemessenen Zahl von Filialen.“
„Ich bin fest davon überzeugt, dass wir nach wie vor Filialen brauchen“, betonte de Sanctis. Gleichzeitig müsse das Arbeiten in den Zweigstellen weiterentwickelt werden. „Derzeit verbringen unsere Mitarbeiter in den Filialen zu viel ihrer Arbeitszeit mit Verwaltungsaufgaben. Sie sollen aber mehr Zeit für die Beratung haben.“
Derzeit entwickelt die Bank einen digitalen Agenten für den Kundenservice. Dieser soll in der zweiten Jahreshälfte ausgerollt werden, die bestehende App der Bank leichter zugänglich machen und Hilfestellungen bieten. Die Digitalisierung wird bei vollständiger Umsetzung zu einem Stellenabbau führen. Dieser soll laut de Sanctis über die natürliche Fluktuation erreicht werden.
Es war schon länger klar, dass einer der Schwerpunkte der nächsten Jahre bei der Deutschen Bank der Umbau der deutschen Privatkundensparte werden dürfte. Der Chart hat sich wieder etwas stabilisiert, und die Aktie notiert somit klar über der 50-Tage-Linie bei 32,07 Euro. Die laufende Empfehlung bleibt auch aufgrund der im Peergroup-Vergleich günstigen Bewertung attraktiv
Enthält Material von dpa-AFX
Heute, 08:32