Am Freitag noch abgestürzt, am Montag plötzlich an der MDAX-Spitze: Die Puma-Aktie zeigt extreme Ausschläge und macht den Kurseinbruch aus der vergangenen Woche größtenteils wett. Die Übernahmefantasie lebt weiter, obwohl sie gedämpft wurde. Was hinter dem Auf und Ab steckt.
Am Freitag zwangen gleich mehrere Faktoren die Puma-Aktie regelrecht in die Knie. Innerhalb eines Handelstags verlor der Titel rund 14 Prozent. Auslöser war eine ungünstige Kombination: erst die eingetrübte Stimmung im Sportartikel-Sektor nach einer Analystenabstufung des Konkurrenten Adidas, dann das Ende der Übernahmefantasie bei Puma.
Die negative Branchenreaktion traf Puma bereits am Freitagvormittag überdurchschnittlich. Am Nachmittag nahm der Abgabedruck deutlich zu. Nach Händlerstimmen sollen die Gespräche zwischen der Pinault-Familie und Anta Sports beendet worden sein.
Im Fokus stand das knapp 30-prozentige Aktienpaket der französischen Pinault-Familie. Unterschiedliche Preisvorstellungen verhinderten eine Einigung. Zuletzt wurden im Umfeld der Gespräche Preisvorstellungen von mindestens 40 Euro je Aktie genannt. Anta gilt seit Ende vergangenen Jahres als möglicher Interessent. Zum Konzern gehören bereits Fila und der Outdoor-Spezialist Jack Wolfskin.
Genau diese Fantasie hatte den Kurs zuvor nach oben getragen. Mitte Januar war die Aktie bis auf 24,91 Euro gestiegen, das höchste Niveau seit Mai 2025.
Zum Wochenauftakt zeigt sich nun die Gegenbewegung. Am Montag steigt die Puma-Aktie zeitweise um mehr als 15 Prozent und macht damit einen Großteil der Verluste wett. Es ist der stärkste Tagesanstieg seit November. Vom Freitagstief bei 18,28 Euro geht es zurück auf bis zu 21,90 Euro. Während der Gesamtmarkt kaum Impulse liefert, steht Puma an der Spitze des MDAX. Die Aktie schwankt weiter zwischen Übernahmefantasie und Ernüchterung. Neue bestätigte Fakten gibt es nicht. Der Anstieg ist vor allem technisch geprägt und eine Reaktion auf den zuvor überzogenen Abverkauf.
Der schnelle Richtungswechsel zeigt die Nervosität im Markt. Ein Teil der Anleger scheint das Übernahmethema noch nicht endgültig abzuschreiben, auch wenn derzeit keine konkrete Transaktion im Raum steht.
Charttechnisch bringt die Erholung eine erste Stabilisierung, mehr nicht. Am Freitag wurden sowohl die 50-Tage-Linie bei 20,37 Euro als auch der GD200 bei 20,97 Euro klar unterschritten. Der Rebound führt die Aktie zurück an diese Marken. Auf der Unterseite rückt die Zone um 17,00 Euro als zentrale Absicherung in den Fokus.
Fundamental bleibt die Lage angespannt. Die Nachfrage entwickelt sich verhalten. Rabatte belasten die Marge. Ein klarer operativer Wendepunkt ist nicht erkennbar. Ohne neue Impulse bleibt die Aktie anfällig für weitere Ausschläge.
Der Absturz am Freitag und der schnelle Rebound am Montag sind zwei Seiten derselben Medaille. Operativ hat sich die Ausgangslage nicht verändert. Investierte Anleger behalten den Stoppkurs im Blick.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Puma.
Heute, 14:58