JPMorgan hat am gestrigen Dienstag die US-Berichtssaison eröffnet. Die größte Bank der USA konnte dabei nicht auf ganzer Linie überzeugen. Am Mittwoch haben mit der Bank of America, Citigroup und Wells Fargo gleich drei Konkurrenten nachgezogen und vor dem US-Börsenstart ihre Zahlen veröffentlicht.
Die Bank of America hat im abgelaufenen Quartal vor allem vom Zinsumfeld profitiert. Die Nettozinserträge der zweitgrößten Bank der USA stiegen um 9,7 Prozent auf 15,8 Milliarden Dollar. Analysten hatten lediglich mit einem Plus von 7,8 Prozent gerechnet. Damit entwickelte sich die wichtigste Ertragsquelle deutlich besser als erwartet.
Auch im Investmentbanking zeigte sich die Bank of America stabil. Die Erlöse legten um 0,7 Prozent zu und übertrafen damit die Schätzungen. Besonders positiv entwickelten sich die Beratungsgebühren bei Fusionen und Übernahmen, die um 6,1 Prozent anzogen. Die Einnahmen aus der Emission von Anleihen stiegen um 5,9 Prozent. Belastend wirkte hingegen das schwache Aktienemissionsgeschäft, dessen Erlöse um 18 Prozent einbrachen.
Die Aktie der in Charlotte ansässigen Bank gewann in der ersten Reaktion im vorbörslichen Handel etwas mehr als ein Prozent.
Deutlich schwächer fiel der Quartalsbericht von Wells Fargo aus. Der Gewinn verfehlte die Erwartungen der Wall Street. Hauptgrund waren hohe Abfindungskosten im Zuge eines weiteren Stellenabbaus. Insgesamt wurden 5.600 Arbeitsplätze gestrichen.
Allein für Abfindungen fielen 612 Millionen Dollar an. Die Gesamtkosten stiegen auf 13,7 Milliarden Dollar und lagen damit über den Prognosen. Die Nettozinserträge beliefen sich im vierten Quartal auf 12,3 Milliarden Dollar und blieben ebenfalls leicht hinter den Erwartungen zurück. Für das Gesamtjahr kam Wells Fargo auf 47,5 Milliarden Dollar und liegt damit in etwa auf dem Niveau, das das Management auch für 2025 in Aussicht gestellt hat. Die Aktie geriet in der ersten Reaktion um gut ein Prozent unter Druck.
Auch Citigroup hat im vierten Quartal insgesamt solide Zahlen vorgelegt. Besonders das Handelsgeschäft entwickelte sich besser als erwartet. Die Erträge im Bereich FICC Sales und Trading stiegen auf 3,46 Milliarden US-Dollar und übertrafen damit die Analystenschätzungen von 3,29 Milliarden US-Dollar deutlich. Dagegen blieb das Aktienhandelsgeschäft mit 1,08 Milliarden US-Dollar unter den Erwartungen.
Der Konzernumsatz belief sich auf 19,87 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn je Aktie lag bei 1,19 US-Dollar. Positiv fiel zudem die Entwicklung der Kreditqualität aus: Die Gesamtkreditkosten sanken um 14 Prozent auf 2,22 Milliarden US-Dollar und lagen damit klar unter dem Marktkonsens.
Der Zinsüberschuss erreichte 15,67 Milliarden US-Dollar und übertraf ebenfalls die Erwartungen. Die harte Kernkapitalquote lag bei 13,2 Prozent und damit leicht über den Prognosen. Konzernchef Jane Fraser zeigte sich zuversichtlich und bekräftigte das Ziel, bis 2026 eine Eigenkapitalrendite von 10 bis 11 Prozent zu erreichen. Für 2026 stellt Citigroup zudem ein Wachstum des Nettozinsertrags außerhalb des Handelsgeschäfts von fünf bis sechs Prozent in Aussicht.
Die ganz großen Überraschungen blieben bei den großen US-Banken heute aus. Entsprechend fallen die ersten Kursreaktionen überschaubar aus. DER AKTIONÄR favorisiert unter dem Trio unverändert die Aktie von Wells Fargo. Die Bank of America und Citigroup sind hingegen keine laufenden Empfehlungen.
Heute, 14:14