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Wall Street: KI‑Verluste belasten Nasdaq 100 und Co

Wall Street: KI‑Verluste belasten Nasdaq 100 und Co
Foto: Shutterstock/ Songquan Deng
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Jan-Paul Fóri Heute, 22:15 Jan-Paul Fóri

Die Wall Street hat am Freitag einen herben Rücksetzer verzeichnet. Was am Mittwoch als gesunde Korrektur bei den heißgelaufenen Tech-Giganten begann, weitete sich zum handfesten Ausverkauf aus. Der Nasdaq 100 verzeichnete den herbsten Rückschlag seit über einem Jahr. Zudem schürten die starken Arbeitsmarktdaten neue Zinsängste.

Die KI-Euphorie hat Risse bekommen. Nachdem der Nasdaq 100 seit Ende März in der Spitze um mehr als ein Drittel nach oben geschossen war, zog die Bären-Gemeinde den Bullen nun rigoros den Stecker. Zum Handelsende rauschte der Index um heftige 4,1 Prozent auf 29.170 Punkte nach unten und krachte damit deutlich unter die psychologisch wichtige 30.000-Punkte-Marke. Einen derartigen Einbruch um mehr als vier Prozent hatte der Tech-Sektor letztmals im April 2025 gesehen – damals infolge der Schockwellen rund um die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump.

Infront Nasdaq 100 (WKN: A0AE1X)

Während der Tech-Sektor blutete, verzeichneten auch die Standardwerte spürbare Verluste. Der marktbreite S&P 500 verlor rund zwei Prozent, während der traditionelle Dow Jones Industrial mit einem Minus von nur 0,8 Prozent bei 51.155 Zählern den Kopf aus der Schlinge zog und auf Wochensicht sogar ein hauchdünnes Plus von 0,2 Prozent rettete. Der Grund: Anleger schichteten im großen Stil in defensive Werte um.

Flankiert wurde der Tech-Absturz von makroökonomischem Gegenwind. Der am Freitag veröffentlichte US-Arbeitsmarktbericht für den Monat Mai fiel überraschend solide aus. 

Was für die Wirtschaft gut ist, ist derzeit Gift für die Börse: Der starke Beschäftigungsaufbau nährt die Spekulationen, dass die US-Notenbank Fed die Zügel straff halten muss. Am Markt gilt eine weitere Zinserhöhung um 25 Basispunkte bis zum Jahresende mittlerweile als eingepreist.

Meta (WKN: A1JWVX)

Meta im Kreuzfeuer

Für zusätzliche Verwerfungen im Tech-Sektor sorgte ausgerechnet die Aktie von Meta. Die Papiere des Social-Media-Giganten hatten sich den Korrekturwünschen der Vortage noch widersetzt, gerieten am Freitag aber massiv unter die Räder und büßten in der Spitze bis zu sieben Prozent ein.

Öl ins Feuer goss ein Bericht der Financial Times. Demnach erwägt Konzernchef Mark Zuckerberg eine massive Ausgabe neuer Aktien im Volumen von mehreren zehn Milliarden Dollar. Das frische Kapital soll direkt in die extrem kostenintensive KI-Infrastruktur fließen. Für die Aktionäre bedeutet das im Klartext: Die drohende Verwässerung schmeckt dem Markt aktuell überhaupt nicht.

Chips unter Druck, Apple stark

Die Gewinnmitnahmen trafen die Highflyer der letzten Wochen mit voller Wucht. Besonders im Halbleiter-Sektor kam es zu stärkeren Verkäufen: Die Aktien der Chipkonzern-Lieblinge ARM, Marvell, Micron und AMD brachen um bis zu elf Prozent ein. Auch die Speicherriesen Western Digital und Seagate wurden abverkauft. 

Innerhalb der „Magnificent 7“ erwischte es neben Meta vor allem Tesla mit einem Minus von 5,4 Prozent und die KI-Speerspitze Nvidia. Einzig die Aktie von Apple bewies relative Stärke und konnte sich hauchdünn über der Nulllinie halten.

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