Die Deutsche Telekom greift tief in die Tasche, um den eigenen Aktienkurs zu stützen. Der Bonner Telekommunikationsriese weitet sein laufendes Aktienrückkaufprogramm für das Jahr 2026 um bis zu drei Milliarden Euro aus. Insgesamt fließen damit in diesem Zeitraum bis zu fünf Milliarden Euro an die Aktionäre zurück.
Operativ lief das zweite Quartal solide, wenn die Resultate auch knapp unter den Erwartungen des Marktes liegen. Der Umsatz kletterte um 4,4 Prozent auf 29,9 Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt mit 30 Milliarden Euro gerechnet. Gleichzeitig sank der bereinigte Gewinn je Aktie von 0,54 Euro im Vorjahreszeitraum um rund sechs Prozent auf 0,51 Euro.
Dennoch blickt die Telekom optimistischer auf das Gesamtjahr. Dank der starken Entwicklung der US-Tochter T-Mobile US hob der Vorstand die Prognose für den freien Cashflow nach Leasingverhältnissen an. Dieser soll nun rund 20 Milliarden Euro erreichen – zuvor lag das Ziel bei über 19,8 Milliarden Euro.
Harter Wettbewerb auf dem Heimatmarkt
Während das US-Geschäft die Bilanz stützt, bleibt der deutsche Heimatmarkt anspruchsvoll. Hierzulande wuchs der Umsatz im zweiten Quartal zwar um 3,5 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro und übertraf damit die Schätzungen der Analysten. Dennoch leidet die Telekom unter der hohen Wettbewerbsintensität. In Deutschland buhlen weiterhin vier Netzbetreiber um Kunden. In anderen europäischen Ländern wie Großbritannien, Spanien oder Frankreich ist der Markt nach einer Konsolidierungswelle bereits auf drei große Akteure geschrumpft. Auch der Konkurrent Vodafone spürt den Druck, konnte seinen Serviceumsatz in Deutschland im Juni-Quartal dank Fortschritten bei der Breitbandinfrastruktur aber um 1,2 Prozent steigern.
Zusätzlich steht die US-Tochter T-Mobile US vor neuen Herausforderungen. Neben den ohnehin hohen Erwartungen der Wall Street droht neue Konkurrenz durch das Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musk, das Mobilfunkdienste künftig direkt über Satelliten anbieten will. Fusionsgespräche, die Telekom-Chef Tim Höttges laut Berichten des US-Portals Semafor für eine noch stärkere globale Positionierung angestrebt hatte, gerieten nach Widerständen vonseiten der US-Tochter zuletzt ins Stocken.
Die Deutsche Telekom nutzt ihre hohe Finanzkraft, um den Aktienkurs über milliardenschwere Rückkäufe zu stabilisieren. Operativ bleibt die US-Tochter T-Mobile US der wichtigste Wachstumstreiber und sichert der Telekom einen robusten Cashflow. Wer investiert ist bleibt weiterhin an Bord.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Deutsche Telekom.
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