Kräftig nach unten geht es heute bei der Aktie der Deutschen Telekom und dem gesamten europäischen Telekommunikationssektor. Noch am Vortag war der Branchenindex kräftig auf das höchste Niveau seit Ende Juni gestiegen. Doch die Euphorie währte nur kurz, denn eine deutliche Analystenabstufung für Orange schickte die gesamte Branche auf Talfahrt.
Morgan Stanley kappte das Rating für den französischen Telekom-Riesen auf "Underweight" und begründete den Schritt mit gleich mehreren Belastungsfaktoren. Analyst Emmet Kelly warnt vor politischer Unsicherheit in Frankreich, die das Gewinnwachstum spürbar ausbremsen könnte. Hinzu kämen ein schärferer Wettbewerb auf dem spanischen Markt sowie eine zunehmend anziehende Verschuldung. Auch positive Impulse, die den Kurs zuletzt gestützt hatten – etwa die Branchenkonsolidierung in Frankreich, die komplette Übernahme der restlichen Anteile am Spanien-Jointventure MasOrange sowie der im Februar präsentierte Langfrist-Fahrplan mit neuer Strategie – seien laut den Experten nun weitgehend abgearbeitet und eingepreist.
Mit seinem neuen Kursziel von 15 Euro positioniert sich Kelly nun klar als größter Pessimist unter den Orange-Beobachtern. Selbst die bislang zurückhaltendsten Häuser, Oddo BHF und Barclays, sahen zuletzt noch 16,50 Euro als fairen Wert – und lagen damit bereits am unteren Ende der gesamten Analystenspanne.
Die Folgen ließen nicht lange auf sich warten: Orange-Aktien brachen in Paris zuletzt um 4,5 Prozent ein. Auch die Deutsche Telekom geriet mit unter Druck. Das Papier verliert derzeit 3,5 Prozent und ist damit der derzeit stärkste Verlierer des Tages im deutschen Leitindex DAX. Die Aktie der Deutschen Telekom ist damit heute auch unter die 50-Tage-Linie sowie unter die untere Begrenzung des kurzfristigen Seitwärtstrendskanals gerutscht, was das charttechnische Bild eintrübt.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Deutsche Telekom.
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