Das Jahr 2026 ist für die Rüstungsbranche an der Börse nach wie vor ein schwieriges. Nachdem die Aktien von Rheinmetall, TKMS und Co zuletzt wieder unter Druck geraten waren, scheint der erneute Abverkauf nun gestoppt. DER AKTIONÄR nennt drei Gründe, die für wieder steigende Kurse im Sektor sprechen.
Positive Analystenstimmen
Am Freitag profitiert die Branche auf breiter Front von positiven Analystenstudien. Stifel hat TKMS mit „Buy“ und Kursziel 105 Euro neu in die Bewertung aufgenommen, Goldman Sachs hat Renk von „Neutral“ auf „Buy“ hochgestuft und Oddo hat den Nebenwert Vincorion dank „realisierbarer Wachstumstreiber“ von „Neutral“ auf „Outperform“ angehoben.
Beim Blue Chip Rheinmetall waren die Stimmen zuletzt auch positiv. Ziele von 1.600 Euro der Exane BNP oder von 1.800 Euro von der Deutschen Bank liegen deutlich über dem aktuellen Kursniveau. Dabei betonen die Analysten, dass selbst skeptische Annahmen für die Umsatz- und Gewinnentwicklung höhere Kurse rechtfertigen würden.
Pistorius in Washington
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat sich diese Woche in Washington mit US-Kriegsminister Pete Hegseth getroffen. Dabei sparten beide nicht mit Lob für die andere Seite. Von den Differenzen der vergangenen Monate war wenig zu spüren. Vielmehr wollen Pistorius und Hegsetz bei Rüstungsprojekten enger zusammenarbeiten. „Wir sind auf der selben Seite“, so Pistorius. Hegseth lobte wiederum die deutschen Bemühungen bei der Erhöhung der Rüstungsausgaben. Man nähere sich dem NATO-Ziel von fünf Prozent und gehe „mit gutem Beispiel voran“.
Für Rheinmetall und Co sind Pistorius Worte entscheiden: Beide Seiten würden den Bedarf sehen, die Kapazitäten zu erhöhen. Die USA haben Engpässe bei Munition. Deutschland verfügt über freie Kapazitäten, qualifizierte Fachkräfte und entsprechendes Know-how. Noch ist offen, was aus der Absichtserklärung für mehr deutsch-amerikanische Zusammenarbeit bei Rüstungsprojekten am Ende herauskommt. Neue Aufträge scheinen aber möglich.
Japan rüstet auf
Nicht nur Europa rüstet auf. Auch Japan will mehr für Verteidigung ausgeben. Laut Bloomberg haben japanische Vertreter bei einem Treffen mit den USA ihre Bereitschaft bekundet, die Verteidigungsausgaben erheblich zu erhöhen. Eine Erhöhung auf 3,5 Prozent sei denkbar, auch 3 Prozent werden diskutiert. Zuletzt hatte das Land die Ausgaben auf zwei Prozent erhöht. Die Entwicklung untermauert, dass das weltweite Bewusstsein für Verteidigung nachhaltig gewachsen ist – und neue Aufträge für die Rüstungsbranche aus einer immer breiteren Kundenbasis kommen werden.
Bei den Anlegern muss der Funken für Rüstungsaktien erst wieder überspringen. Doch die langfristigen Aussichten sind bei Rheinmetall, TKMS und Co unverändert gut. Sobald die charttechnischen Impulse folgen, könnte es schnell wieder nach oben gehen. DER AKTIONÄR bleibt deshalb optimistisch gestimmt.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Rheinmetall.
Heute, 09:26
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