Der geplante Börsengang des deutsch-französischen Rüstungskonzerns KNDS könnte sich weiter verzögern. Nach Informationen von Bloomberg raten die begleitenden Banken angesichts der schwierigen Börsenlage zum Warten. Als Warnsignal gilt die schwache Kursentwicklung von Rüstungswerten wie Rheinmetall. Möglich ist sogar eine Verschiebung über 2026 hinaus. Eine endgültige Entscheidung steht aber noch aus.
KNDS hatte im Juni eine Notierung in Frankfurt und Paris angekündigt. Der deutsche Staat sollte im Zuge des Börsengangs 40 Prozent von den Eigentümerfamilien übernehmen. Bereits im Juli wurden die Pläne wegen starker Marktschwankungen auf Eis gelegt. Nun sorgen offenbar auch die Preisvorstellungen der Eigentümer für Probleme.
Laut Börsen-Zeitung wollen sie KNDS derzeit nicht mit weniger als 12,5 Milliarden Euro bewerten. Institutionelle Investoren seien zu diesem Preis jedoch nicht zum Einstieg bereit. Noch im Juni soll eine Bewertung von 15 bis 18 Milliarden Euro angestrebt worden sein. Hohe Erwartungen treffen damit auf die Zurückhaltung der Anleger.
Der Bund drängt dennoch auf eine baldige Lösung. Er könnte die vereinbarten 40 Prozent auch ohne Börsengang für sechs Milliarden Euro erwerben. Das entspräche einer Gesamtbewertung von 15 Milliarden Euro – rund 25 Prozent mehr als der derzeit am Markt erzielbare Preis. Die Eigentümer sehen sich dagegen nicht unter Zeitdruck. Als weitere Käufer werden Czechoslovak Group, Leonardo, Rheinmetall, Carlyle, KKR und Triton genannt. Der Bund hätte hier jedoch ein Veto-Recht.
DER AKTIONÄR wird Sie über die weitere Entwicklung der IPO-Aktivitäten auf dem Laufenden halten. Bereits an der Börse notierte Rüstungswerte wie Rheinmetall haben sich zuletzt in jedem Fall stabilisiert. Rheinmetall konnte die 1.000-Euro-Marke zurückerobern. Ob man bei Rheinmetall jetzt wieder zugreifen sollte, lesen Sie in der ausführlichen Analyse von Maximilian Völkl: „Rheinmetall: 5 Fakten zur Dividende“.
Heute, 11:37
Bei Google bevorzugen