Der KI-Sektor bietet am Donnerstag ein uneinheitliches Bild. Während zahlreiche europäische Unternehmen aus dem Umfeld des Megatrends gefragt waren, standen einige Halbleiteraktien unter Druck. Siemens Energy und Hochtief legten zu, Infineon und STMicroelectronics gehörten dagegen zu den Verlierern.
Die Aktie von Infineon verliert im DAX gegen Mittag rund 1,7 Prozent auf 54,09 Euro. Damit ist der Wert das Schlusslicht im deutschen Leitindex. Gleichzeitig notierten mehrere KI-getriebene US-Chipwerte im vorbörslichen Handel in New York im Plus.
Zwar werden auch Infineon und STMicroelectronics inzwischen als Profiteure des KI-Booms betrachtet. Ihr Geschäft bleibt jedoch stark von Entwicklungen in klassischen Anwendungsfeldern abhängig. Dazu zählt vor allem die Leistungselektronik, die für die Automobilindustrie wichtig ist. Marktteilnehmer verwiesen deshalb auf die Vorgaben von On Semiconductor.
Der US-Konzern hatte am Mittwoch bei seinem Investorentag seine langfristige Wachstumsstrategie vorgestellt. Die Präsentation blieb hinter den Erwartungen der Anleger zurück und setzte die Aktie im späten US-Handel unter Druck. On Semiconductor büßten neun Prozent ein. Als Belastung galten insbesondere die Risiken bei der Umsetzung der „Embedded Power Platform“. Mit dieser will das Unternehmen einen 213 Milliarden Dollar schweren Markt erschließen. Jefferies-Analyst Blayne Curtis bemängelte zudem den gedämpften Ausblick für die Margen.
Auch wenn sich die Aktie von On heute stabilisieren kann, wirken die negativen News hierzulande nach. Angesichts ihrer ähnlichen Kompetenzschwerpunkte reagierten auch Infineon und STMicroelectronics auf die Nachrichten. Die Aktie von Infineon kämpft derzeit mit der 200-Tage-Linie. Ein nachhaltiger Rutsch darunter würde das Chartbild weiter eintrüben. Eine ausführliche Analyse zu Infineon lesen Sie hier. Die Aktie von Siemens Energy hat zuletzt hingegen die Kurve wieder bekommen. Zwar markierte sie ein neues Mehrmonatstief, durch die Erholung zuletzt rückt jetzt jedoch wieder 200-Tage-Linie in Reichweite. Ein Sprung darüber würde das Chartbild deutlich aufhellen.
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