Der Ukraine-Krieg weitet sich erneut auf die russische Energie-Infrastruktur aus. In der Nacht wurden nach russischen Angaben Industrieanlagen in mehreren Regionen angegriffen, darunter eine Ölraffinerie in Samara. Gleichzeitig sorgen Aussagen aus Washington für Aufsehen: Die USA haben erstmals öffentlich bestätigt, über Waffen im Orbit zu verfügen.
- Ukrainische Drohnen sollen unter anderem die Syzran-Ölraffinerie in der Region Samara getroffen haben.
- Auch Ziele in der Region Rostow wurden angegriffen.
- US-Luftwaffenminister Troy Meink bestätigte erstmals öffentlich, dass die USA über Weltraumkontrollwaffen im Orbit verfügen.
Die Ukraine hat ihre Angriffe auf Ziele im russischen Hinterland erneut ausgeweitet. In der Nacht wurde nach Angaben des Gouverneurs der Region Samara eine Industrieanlage beschädigt. Rund 40 Drohnen seien abgeschossen worden. Ukrainische Berichte identifizierten das Ziel als Syzran-Ölraffinerie. Die Angaben zum genauen Ausmaß der Schäden ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Auch Taganrog in der Region Rostow wurde angegriffen. Nach Angaben des dortigen Gouverneurs Juri Sljussar wurden unter anderem Lagerhallen des Onlinehändlers Ozon, Wohngebäude, Landwirtschaftslager und eine Bildungseinrichtung beschädigt. Opfer wurden zunächst nicht gemeldet. Ozon zufolge wurde ein Logistikstandort eines Partners wegen einer Raketenwarnung evakuiert.
Angriffe nach Trump-Ansage
Die Angriffe kommen kurz nach einem Vorstoß von US-Präsident Donald Trump. Dieser hatte angekündigt, Russland und die Ukraine wollten auf Angriffe gegen gegnerische Energieanlagen verzichten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete eine entsprechende Vereinbarung als möglichen „ersten Schritt in Richtung Frieden“. Eine Reaktion aus Moskau blieb zunächst aus.
Russland hat in den vergangenen Monaten wiederholt ukrainische Energieanlagen angegriffen. Kiew wiederum nahm russische Raffinerien und andere Einrichtungen der Erdölindustrie ins Visier. Die Angriffe führten zeitweise zu Engpässen auf dem russischen Treibstoffmarkt. In der Nacht meldete Kiew zudem russische Drohnenangriffe auf die Hauptstadt. Nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko wurde eine Tankstelle getroffen. Ein Verletzter starb später im Krankenhaus.
USA bestätigen Waffen im All
Während der Krieg damit auch die Energieversorgung Russlands zunehmend ins Visier nimmt, sorgt eine Erklärung aus Washington für eine weitere geopolitische Nachricht. Air-Force-Sekretär Troy Meink bestätigte erstmals öffentlich, dass die USA über Waffen im Orbit verfügen.
„Wir erhöhen unsere Einsatzbereitschaft gegenüber bestehenden Bedrohungen, und die Vereinigten Staaten verfügen über Weltraumkontrollwaffen im Orbit, die in der Lage sind, die Joint Force gegen feindliche Aktionen von Gegnern zu verteidigen“, sagte Meink am Montag auf der Air, Space and Cyber Conference in Maryland.
Die Aussage markiert einen Bruch mit der bisherigen Kommunikationslinie des US-Militärs. Dass die USA über offensive und defensive Fähigkeiten im Weltraum verfügen, war seit Jahren vermutet worden. Eine hochrangige öffentliche Bestätigung gab es bislang jedoch nicht. Mehrere US-Medien werteten Meinks Äußerung als erste offizielle Anerkennung stationierter US-Waffen im All.
Der Ukraine-Krieg tobt vorerst weiter. Damit geht auch der Munitionsverbrauch weiter. Davon profitiert Rheinmetall. Wenn gleich die Aktie des Düsseldorfer Rüstungskonzern aktuell mit der 1.000-Euro-Marke kämpft, bleibt das Papier langfristig aussichtsreich.
Heute, 11:25
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