Mit einem Minus von rund sechs Prozent trägt Siemens am Donnerstag die rote Laterne im DAX. Die Zahlen zum abgelaufenen Quartal kommen am Markt nicht gut an. Dabei hat der Industriekonzern einen Rekordauftragseingang vermeldet und die Gewinnprognose erhöht. Nach dem starken Lauf der Aktie zuletzt ist gut aber nicht mehr gut genug.
Im dritten Quartal 2025/26 (per Ende September) hat Siemens den Umsatz auf vergleichbarer Basis um acht Prozent auf 20,8 Milliarden Euro gesteigert. Das Ergebnis im Industriegeschäft kletterte um etwa ein Viertel auf 3,5 Milliarden Euro, wobei Zollrückerstattungen vor allem bei der Medizintechniktochter Siemens Healthineers positiv wirkten. Unter dem Strich blieb ein Plus von 15 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Stark war auch der Auftragseingang mit einem Plus von 13 Prozent auf 27,9 Milliarden Euro. Die Erwartungen der Analysten wurden damit auf breiter Front geschlagen.
Vor allem die hohe Nachfrage durch den massiven Ausbau von KI-Rechenzentren zahlt sich aus. Im Bereich Smart Infrastructure fiel der Auftragseingang besonders stark aus. Zudem profitiert die Sparte Digital Industries mit Industrieautomatisierung und Software-Geschäft.
Prognose hoch
Siemens hob deshalb auch die Gewinnprognose für das Gesamtjahr an. Erwartet wird nun ein Ergebnis je Aktie vor bestimmten Kaufpreiseffekten zwischen 11,20 und 11,50 Euro. Bislang standen 10,70 bis 11,10 Euro im Raum. Der Umsatzausblick wurde hingegen bestätigt, hier wird ein vergleichbares Wachstum von sechs bis acht Prozent erwartet. Dabei ging der Konzern zuletzt bereits davon aus, das obere Ende der Spanne zu erreichen.
Abspaltung wird konkreter
Fortschritte gibt es zudem bei der geplanten Abspaltung von Siemens Healthineers. Die relevanten steuerlichen Themen mit den Finanzbehörden seien mittlerweile geklärt, so Finanzchefin Veronika Bienert. Auf den Hauptversammlungen im kommenden Jahr sollen die Aktionäre beider Unternehmen abstimmen. Weitere Details sollen mit den Jahreszahlen im November folgen. Zuletzt hieß es aber, dass in einem ersten Schritt 30 Prozent an Healthineers abgegeben werden sollen, ehe der aktuelle 67-Prozent-Anteil mittelfristig eine reine Finanzbeteiligung werden soll.
Die Siemens-Zahlen sind gut. Der Rücksetzer ist dem starken Lauf zuvor geschuldet und erklärt sich durch Gewinnmitnahmen. Anleger können den niedrigeren Kurs nun zum Einstieg nutzen. Die langfristigen Aussichten sind unverändert gut.
Heute, 09:21
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