Broadcom hat nach US-Börsenschluss seine Zahlen zum zweiten Quartal vorgelegt. Zwar konnte das Unternehmen die Erwartungen leicht übertreffen, die Aktie geriet nachbörslich in einer ersten Reaktion dennoch deutlich unter Druck. In den vergangenen Wochen hatte sich das Papier aber auch extrem stark entwickelt.
Erlöse beliefen sich auf 22,19 Milliarden Dollar und damit im Rahmen der Erwartungen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum legte der Umsatz um 48 Prozent zu. Treiber des Wachstums bleibt vor allem das Geschäft mit KI-Chips nach Maß, darunter spezielle Prozessoren für Großkunden wie Google. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 2,44 Dollar und übertraf damit den Konsens von 2,40 Dollar.
Für das laufende Quartal zeigt sich der Konzern optimistisch. Broadcom stellt Erlöse von rund 29,4 Milliarden Dollar in Aussicht und liegt damit über den bisherigen Markterwartungen von 28,47 Milliarden Dollar.
Unter dem Strich verdiente das Unternehmen 9,31 Milliarden Dollar beziehungsweise 1,91 Dollar je Aktie. Im Vorjahresquartal hatte der Nettogewinn noch bei 4,97 Milliarden Dollar oder 1,03 Dollar je Aktie gelegen. Damit erhöhte sich der Gewinn binnen Jahresfrist um 88 Prozent.
Besonders dynamisch entwickelte sich erneut das KI-Geschäft. Die entsprechenden Erlöse mehr als verdoppelten sich auf 10,8 Milliarden Dollar. Konzernchef Hock Tan führte dies auf die starke Nachfrage nach maßgeschneiderten KI-Beschleunigern sowie Netzwerktechnologien zurück. Für das aktuelle Quartal erwartet Broadcom KI-Umsätze von 16 Milliarden Dollar.
Die Halbleitersparte erzielte Erlöse von 15,1 Milliarden Dollar und übertraf damit die Analystenschätzungen von 14,72 Milliarden Dollar. Dazu zählen neben KI-Produkten auch Netzwerk- und WLAN-Chips.
An der Börse zählt Broadcom weiterhin zu den großen KI-Gewinnern. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 40 Prozent zugelegt und damit den Nasdaq deutlich hinter sich gelassen. Anleger nehmen nun aber erst einmal Gewinne mit. Das Papier verliert nachbörslich derzeit sechs Prozent auf 450,50 Dollar. DER AKTIONÄR sieht hierin aber nur eine kurzfristige Korrektur. Größere Rücksetzer sind bei der Aktie Nachkaufchancen.
Heute, 22:35