Nach den starken vorläufigen Zahlen hat Rheinmetall mit den endgültigen Zahlen nun enttäuscht. Das Problem: Der Rüstungskonzern muss nach dem Aus für das milliardenschwere Fregattenprojekt F126 die Umsatzprognose zurücknehmen. Im frühen Handel verliert die Aktie nach der jüngsten Erholung rund zwei Prozent.
Die vorläufigen Zahlen hat Rheinmetall bestätigt. Im ersten Halbjahr kam der Konzern auf ein Umsatzplus von 39 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro und eine operative Ergebnismarge von 15,0 Prozent. Die Nomination, also der klassische Auftragseingang plus die neu abgeschlossenen Rahmenverträge, lag bei 16,2 Milliarden Euro.
Allerdings wurde die Prognose für das Gesamtjahr als Folge des Aus für die Fregatte 126, welches bei der Aktie bereits Ende Juni für ein Minus von 19 Prozent gesorgt hat, gesenkt. Rheinmetall erwartet nun noch einen Umsatz von 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro (2025: 9,94 Milliarden Euro) – an beiden Enden der Spanne sind das 300 Millionen Euro weniger als zuvor. Die operative Marge soll aber weiter bei rund 19 Prozent liegen.
Die erst im März von Lürssen übernommene Marinesparte NVL hat sich damit schnell zum Problemfall entwickelt. Im WELT-Interview hat CEO Armin Papperger nun aber dennoch betont, dass der Einstieg ins Marinegeschäft „ganz unabhängig vom Projekt F126 richtig war. „Das ist für Rheinmetall ein strategisch wichtiger Punkt. Es ist, glaube ich, auch für Deutschland strategisch wichtig, einen Konzern zu haben, der in der Lage ist, bei allen Waffengattungen mitzureden. Und für uns war es ganz wichtig, dass wir unsere Technologien zur Digitalisierung auch auf die Marine übertragen können.“
Die Senkung der Umsatzprognose kommt nicht völlig überraschend. Dennoch sorgt der Schritt für Verluste bei der Aktie. Übergeordnet zeigen die Zahlen aber, dass es bei Rheinmetall nach wie vor sehr gut läuft und der Rüstungsboom anhält. DER AKTIONÄR bleibt deshalb positiv gestimmt und rechnet mit einer weiteren Erholung.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Rheinmetall.
Heute, 08:37
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