Die jahrelange Talfahrt von HelloFresh findet kein Ende. Am Donnerstagabend schockt der Kochboxenversender seine Anleger einmal mehr mit einer deutlichen Gewinnwarnung. Die Aktie hatte im Xetra-Handel bereits sechs Prozent verloren und verliert am Abend noch einmal rund vier Prozent. Der SDAX-Wert notiert damit so tief wie nie seit dem IPO 2017.
Nach einem erwarteten kräftigen Umsatzrückgang und enttäuschender Entwicklung des operativen Gewinns im dritten Quartal hat HelloFresh die Prognosen für das laufende Jahr gesenkt. Beim Umsatz rechnet der Konzern jetzt mit einem um Währungseffekte bereinigten Rückgang zwischen neun und elf Prozent. Bisher hatte der Konzern erwartet, dass der Erlös währungsbereinigt um maximal sechs Prozent fällt. Analysten hatten zuvor mit einem Umsatzrückgang von lediglich knapp sieben Prozent gerechnet.
Das um Sondereffekte bereinigte EBITDA wird der gesenkten Prognose zufolge zwischen 350 Millionen Euro und 375 Millionen Euro erwartet und damit deutlich weniger als 2025. Bislang hatte die Spanne bei 375 Millionen Euro bis 425 Millionen Euro gelegen.
Im dritten Quartal dürfte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr vor allem wegen einer enttäuschenden Neukundengewinnung zweistellig gefallen sein – HelloFresh rechnet mit einem Minus zwischen elf und zwölf Prozent. Da das Unternehmen weniger für Marketing ausgegeben hat als im Vorjahr, liegt der operative Gewinn im dritten Quartal zwar etwas über dem Vorjahreswert – aber deutlich unter den Analystenerwartungen.
Die erneute Gewinnwarnung ist der nächste Nackenschlag für HelloFresh. Das desaströse Chartbild spricht Bände, alleine seit Mai hat sich die Aktie fast halbiert. Besserung ist angesichts zurückgehender Umsätze und einer schwachen Neukundenentwicklung nicht in Sicht. Anleger machen nach wie vor einen Bogen um die Aktie.
Enthält Material von dpa-AFX
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