Erst der Rekord, dann der Rückzug. Der deutsche Leitindex kletterte am Donnerstag zunächst auf eine neue Bestmarke von knapp 26.693 Punkten. Zum Handelsschluss drehte die Stimmung jedoch ins Negative. Der Dax verabschiedete sich mit einem Minus von 0,43 Prozent bei 26.325,01 Zählern. Der MDax verlor 0,92 Prozent auf 30.891,56 Punkte.
Der Grund: Turbulenzen an den New Yorker Börsen schwappten nach Frankfurt über. Bei den US-Zwischenwahlen mussten Donald Trump und seine Republikaner eine Niederlage gegen die Demokraten hinnehmen. Anleger fürchten nun strengere Regeln für den Ausbau von Rechenzentren und Verzögerungen bei Großprojekten.
Entsprechend nervös reagierten die Technologiewerte an der Nasdaq und zogen auch den Dow Jones nach unten. Die Verkaufswelle erreichte schnell das Frankfurter Parkett. Besonders gebeutelt wurden Halbleiter- und Infrastrukturwerte. Die Aktie von Infineon brach um 8,5 Prozent ein. Auch Siemens Energy und Hochtief gerieten unter Druck, da Anleger frühere Kursgewinne aus dem KI-Umfeld wieder auspreisten.
Rheinmetall stürzt ab, Zahlen enttäuschen
Den schwersten Schlag im Dax verbuchte Rheinmetall. Nach einer erneuten Senkung der Jahresziele stürzte das Papier des Rüstungskonzerns um 16 Prozent ab. Das ist der tiefste Stand seit Februar 2025. Im Sog dieser Entwicklung gaben auch die Papiere des Getriebeherstellers Renk spürbar nach.
Auch andere Quartalsberichte brachten wenig Entlastung. Die Commerzbank verlor 2,8 Prozent an Wert. Zwar stimmten die Gewinne im dritten Quartal, doch vorsichtige Aussagen zum Zinsüberschuss enttäuschten den Markt. Die Deutsche Telekom gab um 2,1 Prozent nach. Während das operative Geschäft stabil blieb, reichte das Dividendenplus von zehn Prozent einigen Investoren nicht aus. Zudem belasten wieder aufgeflammte Fragen rund um die US-Tochter T-Mobile US.
Lichtblicke in der zweiten Reihe
In der zweiten Börsenliga gab es dagegen überraschende Kursgewinne. Lanxess kletterte im MDax um sechs Prozent, nachdem das Papier zwischenzeitlich sogar um 20 Prozent nach oben geschossen war. Händler führten dies auf Eindeckungen von Leerverkäufern zurück.
Noch deutlicher legte HelloFresh zu. Der Titel sprang um 11,5 Prozent an. Zwar lief das Kerngeschäft im dritten Quartal schwach, doch drastisch gesenkte Marketingkosten ließen den operativen Gewinn besser ausfallen als erwartet.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.
Heute, 17:57
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