Infineon muss heute wohl einen Dämpfer aus den USA verdauen: Intel brach nachbörslich um bis zu 23 Prozent ein, weil der Konzern für das Schlussquartal nur 15 bis 16 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht stellt. Die Infineon-Aktie hatte am Donnerstag noch rund ein Prozent auf 54,01 Euro zulegen können. Entscheidend ist, woher Intels Schwäche kommt – und die Antwort trifft Infineon weniger, als der Kurssturz vermuten lässt.
Infineon-Aktie: Was hat Intels Schwäche mit Infineon zu tun?
Intels Problem ist der PC. Das Geschäft mit PC-Chips schrumpfte im dritten Quartal um fünf Prozent auf 8,1 Milliarden Dollar, Finanzchef David Zinsner erwartet die Flaute mindestens bis Mitte 2027. Das Rechenzentrumsgeschäft wuchs dagegen um 78 Prozent auf 7,32 Milliarden Dollar; bei Server-Prozessoren kommt Intel mit der Lieferung kaum nach.
Genau dort wächst Infineon. Der Konzern aus Neubiberg liefert die Chips, die den Strom in KI-Rechenzentren umwandeln, und erzielte, angetrieben von diesem Geschäft, im dritten Geschäftsquartal einen Rekordumsatz von 4,17 Milliarden Euro. Für das Ende September abgelaufene vierte Quartal hatte Infineon etwa 4,7 Milliarden Euro angekündigt.
Ganz abgekoppelt ist Infineon nicht. Der Konzern liefert auch Chips für PCs und Unterhaltungselektronik, und die Stimmung im Chipsektor ist angeschlagen.
Infineon schloss am Donnerstag bei 54,01 Euro. Den ersten Widerstand bildet die 50-Tage-Linie bei 56,29 Euro; der Kurs liegt 4,06 Prozent darunter. Knapp darüber verläuft die 200-Tage-Linie bei 57,10 Euro. Die Unterstützung liegt beim Sechs-Monats-Tief vom 23. Oktober bei rund 48 Euro, wo der Abverkauf im Chipsektor zuletzt stoppte. Fällt die Aktie unter diese Marke, wäre die Gegenbewegung der vergangenen Tage gescheitert.
Ob das Rechenzentrumsgeschäft die PC-Flaute überdeckt, zeigt Infineon am 10. November mit den Jahreszahlen und dem Ausblick auf das Geschäftsjahr 2027.
Welche fünf Aktien jetzt Fahrt aufnehmen, zeigt der Turnaround-Check in der neuen Ausgabe 45/26 des AKTIONÄRS.
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