Der SDAX-Aufsteiger Shelly Group steht vor einer milliardenschweren Übernahme. Der Siemens Energy Rivale Schneider Electric will für jede Aktie des Smart-Home- und IoT-Spezialisten 70 Euro in bar bieten. Die Gründer unterstützen den Deal – und einer von ihnen will sogar reinvestieren. Geht dieser über die Bühne, würde das Unternehmen aus dem SDAX verschwinden.
Die Shelly Group hat mit der Bieterin SE 2026 A SAS, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft von Schneider Electric, ein Investment Agreement unterzeichnet. Damit sind die wesentlichen Bedingungen festgelegt, unter denen der bulgarische Smart-Building-Spezialist das geplante freiwillige öffentliche Übernahmeangebot unterstützen würde.
70 Euro je Aktie geboten
Schneider Electric beabsichtigt, den Aktionären 70 Euro je Shelly-Aktie in bar anzubieten. Das entspricht nach Unternehmensangaben einer Bewertung von rund 1,2 Milliarden Euro. Gegenüber dem unbeeinflussten Referenzkurs zum 28. Juli 2026 bedeutet dies eine Prämie von 27 Prozent. Gegenüber dem aktuellen Aktienkurs entspricht die Prämie jedoch nur noch einem Aufschlag von 5,1 Prozent. Der SDAX-Konzern war erst im April für Gerresheimer in den SDAX aufgerückt (DER AKTIONÄR berichtete).
Gründer stellen sich hinter den Deal
Für Schneider Electric spricht vor allem die Unterstützung der beiden Gründeraktionäre. Gemeinsam kontrollieren Dimitar Dimitrov und Svetlin Todorov rund 57 Prozent des Grundkapitals der Shelly Group.
Dimitar Dimitrov, Co-CEO und Besitzer von rund 29 Prozent der Aktien, hat sich nach Angaben des Unternehmens verpflichtet, seine Aktien im Fall einer Veröffentlichung des Angebots anzudienen. Einen Teil des Verkaufserlöses will er gemeinsam mit Schneider Electric reinvestieren. Zudem soll Dimitrov nach dem Vollzug der Transaktion gemeinsam mit Wolfgang Kirsch als Co-Vorstandsvorsitzender an der Spitze des Unternehmens bleiben.
Auch Mitgründer Svetlin Todorov unterstützt die geplante Transaktion. Er kontrolliert unmittelbar sowie über seine Gesellschaft Salisto Holdings rund 28 Prozent der Shelly-Aktien. Diese Beteiligung soll in zwei Tranchen veräußert werden: Fünf Prozent des Grundkapitals sollen zunächst verkauft werden, weitere rund 23 Prozent stehen unter dem Vorbehalt der fusionskontrollrechtlichen Freigabe.
Noch kein offizielles Übernahmeangebot
Wichtig für Anleger: Bislang wurde noch kein Angebot registriert oder veröffentlicht. Derzeit liegt somit kein offizielles Angebot zum Erwerb von Shelly-Aktien vor. Nach der Billigung durch die bulgarische Finanzaufsicht FSC und der Veröffentlichung des Angebotsdokuments will der Verwaltungsrat seine begründete Stellungnahme vorlegen.
Das Angebot soll unter den üblichen regulatorischen Vorbehalten stehen. Dazu gehört insbesondere eine Mindestannahmeschwelle von 95 Prozent des Grundkapitals. Schneider Electric beabsichtigt zudem, im Erfolgsfall die erforderlichen Schritte einzuleiten, um sämtliche verbleibenden Aktien zu erwerben und ein mögliches Delisting herbeizuführen.
Die Einreichung bei der FSC soll innerhalb von drei Geschäftstagen erfolgen. Die Freigabe wird nach Unternehmensangaben für Ende November oder Anfang Dezember 2026 erwartet. Der Vollzug der Transaktion ist – vorbehaltlich sämtlicher Bedingungen und Genehmigungen – im ersten Quartal 2027 vorgesehen.
Während die Shelly-Aktie auf die Nachricht nur mit leichten Kursgewinnen reagiert, setzt DER AKTIONÄR weiter auf seine Empfehlung Plejd. Der schwedischen Rivale überzeugt weiterhin mit dem besseren Renditepotenzial.
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