Volkswagen hat als Massenhersteller zu kämpfen. Rückläufige Umsätze in China, schwieriges Marktumfeld in den USA und in Europa versuchen die neuen Herausforderer aus China zunehmend Fuß zu fassen. Dennoch zeigten sich mehrere Analysten zuletzt zunehmend optimistischer für die Aktie von Volkswagen.
Volkswagen muss Gas geben und mit innovativen Modellen punkten. Allen voran in China. Im wichtigsten Automarkt der Welt sind die Verkaufszahlen von VW seit Jahren im freien Fall. Die Milliardengewinne, die Volkswagen in schöner Regelmäßigkeit in China erwirtschaftet hat, gehören der Vergangenheit an.
Die neuen Modelle der ID.Unyx-Reihe, die speziell für den chinesischen Markt zusammen mit Xpeng entwickelt und aufgebaut wurden, sind nett, aber kein Gamechanger. Ob die Probleme in China zusammen mit den Partnern Xpeng und Momenta überhaupt ausgeräumt, sprich die Verkaufszahlen von VW zumindest wieder stabilisieren können, bleibt ohnehin fraglich.
Dennoch hat die Deutsche Bank Research die Einstufung für Volkswagen mit einem Kursziel von 120 Euro auf "Buy" belassen. Die Entwicklung im ersten Quartal dürfte solide gewesen sein, schrieb Tim Rokossa am vergangenen Donnerstag in seinem Ausblick auf den Bericht Ende April.
Eine Kaufempfehlung gab es auch von der Privatbank Berenberg. Kursziel von 118 Euro. Analyst Romain Gourvil widmete sich am Freitagnachmittag der Schnittmenge zwischen der europäischen Auto- und Rüstungsbranche. Seit seiner ersten Analyse dieses Themas vor einem Jahr habe es weiter an Bedeutung gewonnen, so der Experte. Der "Superzyklus" im Rüstungsbereich bleibe robust, während die Herausforderungen für die Autobranche unverändert seien. Die Umstrukturierung nehme Fahrt auf und es gebe erste Anzeichen der Diversifikation. Gleichzeitig hätten die militärischen Konflikte gezeigt, wie wichtig Volumina seien, mit der die Rüstungsbranche selbst in der Produktion ihre Probleme habe. Der Rüstungssektor alleine werde die Überkapazitäten der Autobranche zwar nicht auffangen. Gleichwohl sieht Gourvil VW und Aumovio als Profiteure des generellen Themas.
Aus technischer Sicht bewegt sich die VW-Aktie allerdings weiterhin in einer Seitwärtsphase. "Kurzfristig fehlt es an klarer Aufwärtsdynamik, was auch durch Trendfolgeindikatoren wie gleitende Durchschnitte bestätigt wird“, sagt Charttechnik-Experte Martin Utschneider von RoboMarkets Deutschland.
Anleger blicken auf die Zahlen für das erste Quartal, die VW am 30. April vorlegen wird. Am kommenden Donnerstag bereits wird VW ein Update zur Entwicklung in China geben. Volkswagen muss Tempo machen. Für die Massenhersteller wird die Luft immer dünner. Produktseitig kann VW derzeit nicht glänzen. Den ID-Modellen fehlt innovative Software und ein am Kunden orientiertes Infotainment. Die Konkurrenz in China ist nahezu auf und davon und in Europa sind andere Massenhersteller bereits mit Elektroautos unter 25.000 Euro auf dem Markt. Volkswagen muss liefern. Das Chartbild würde sich mit einem Break der 50 Tage-Linie bei 93,62 Euro deutlich aufhellen.
Enthält Material von dpa-AFX
Heute, 17:15