Zum Wochenstart läuft die Entwicklung im europäischen Bankensektor auseinander. Der Branchenindex taucht aufgrund der Rolle rückwärts im Nahen Osten ab. Die Aktie der Commerzbank ist hingegen der größte Gewinner. Das liegt nicht nur an einer neuen Analystenempfehlung.
Die erneute Schließung der Straße von Hormus und Unklarheiten über erneute Friedensverhandlungen in Pakistan drücken an den Märkten heute auf die Stimmung. Das gilt auch für die Papiere von europäischen Finanzinstituten, einzig die Commerzbank setzt sich klar im grünen Bereich ab.
Das liegt vor allem an einem neuen Analystenkommentar von Barclays. Analystin Flora Bocahut bevorzugt in Deutschland nun die Commerzbank gegenüber der Deutschen Bank. Das Verhältnis zwischen Chancen und Risiken habe sich gebessert, während sich bei der Deutschen positive Impulse verzögerten. Die Papiere der Deutschen Bank verloren zuletzt rund drei Prozent. Sie hat die Commerzbank-Aktien von „Equal Weight“ auf „Overweight“ hochgestuft.
Der Vorstoß der UniCredit sichere Commerzbank-Aktien ab, schrieb Bocahut. Der Kurs liege gerade so eben über dem Gebotspreis der Italiener und weitere Käufe könnten für Auftrieb sorgen. Unterdessen haben die Mailänder ihre Kritik am Management der Commerzbank erneuert. Das geht aus einer aktuellen Unternehmenspräsentation hervor.
Demnach ist UniCredit der Meinung, dass sich die Commerzbank repositionieren sollte, um für die Zukunft gerüstet zu sein, indem sie das Wachstum beschleunigt und sich auf Investitionen und Transformation konzentriert. Nach Dafürhalten der UniCredit sollte die Commerzbank ihren Fokus auf Deutschland und Polen verstärken und gleichzeitig ihre internationalen Aktivitäten zurückfahren. Letztere seien überdimensioniert, fragmentiert, risikoreicher, operativ komplex und ineffizient, meint UniCredit.
Im Intraday-Handel gelingt der Commerzbank heute der Sprung über den Widerstand bei rund 36,00 Euro. Damit könnte der Kurs auf ein neues Jahreshoch steigen. Die Übernahmefantasie durch die UniCredit ist ungebrochen und sollte in der Tat für weiteren Rückenwind sorgen. Spekulativ orientierte Anleger können noch mit einer kleinen Position einsteigen, wer bereits an Bord ist, beachtet den Stopp bei 29,00 Euro
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.
Enthält Material von dpa-AFX
Heute, 10:19