Volkswagen hat am Montagmittag seine Auslieferungszahlen für das erste Quartal 2026 vorgelegt. In einem Marktumfeld, das von geopolitischen Spannungen und wirtschaftlichem Gegenwind geprägt ist, zeigen diese ein zweigeteiltes Bild: Während der Motor in Übersee stottert, erweist sich die Heimatregion Europa als wichtiger Anker.
Die nackten Zahlen spiegeln die aktuelle Schwere des globalen Marktes wider. Mit insgesamt 2,05 Millionen Fahrzeugen inklusive der Nutzfahrzeug-Sparte lagen die weltweiten Auslieferungen der Volkswagen Group im ersten Quartal um vier Prozent unter dem Vorjahreswert (2,13 Millionen Fahrzeuge). Dennoch betont der Konzern, den globalen Marktanteil weitgehend stabil gehalten zu haben.
Besonders schmerzhaft sind die Rückgänge bei den einstigen Wachstumsmotoren: In China sanken die Auslieferungen um 14,8 Prozent auf 548.700 Einheiten. Auch in Nordamerika gingen die Auslieferungen mit einem Minus von 13,3 Prozent auf 205.500 Fahrzeuge deutlich zurück. In den USA allein betrug der Rückgang sogar 20,5 Prozent, getrieben durch eine veränderte Regulatorik und die seit April 2025 geltenden höheren Zölle.
BEV-Absatz: US-Zölle lassen Auslieferungen einbrechen
Auch bei der Elektromobilität (BEV) muss VW einen Dämpfer hinnehmen. Weltweit wurden inklusive Trucks und Transportern bis Ende März 200.000 vollelektrische Fahrzeuge ausgeliefert – ein Rückgang von acht Prozent (Vorjahr: 216.800 Fahrzeuge).
Die Details sind brisant: Während VW in Europa die BEV-Marktführerschaft mit einem Plus von 12 Prozent festigt, kam es in den USA zu einem regelrechten Einbruch. Die neuen Zollbestimmungen führten dort zu einem Rückgang der BEV-Auslieferungen um satte 80 Prozent auf nur noch 4.000 Fahrzeugen. In China gab der BEV-Absatz vor dem Anlauf neuer lokaler Modelle um 64 Prozent nach.
Lichtblick Europa und starke Hybrid-Nachfrage
Gegen den Trend stemmt sich die Region Europa. Hier stiegen die Auslieferungen um 4,7 Prozent auf 983.800 Fahrzeuge. Besonders erfreulich für die künftige Planung: Der Auftragsbestand in Europa ist gegenüber Ende 2025 um rund 15 Prozent gestiegen. Neue Modelle wie der VW T-Roc, der Škoda Elroq und der Porsche Cayenne Electric sorgen für vollere Auftragsbücher.
Ein echtes Comeback feiern die Plug-In Hybride (PHEV). Mit 109.000 Auslieferungen liegt dieses Segment rund 31 Prozent über dem Vorjahr. Mit rein elektrischen Reichweiten von bis zu 143 Kilometern treffen die Modelle der zweiten Generation (unter anderem Golf und Audi A3 Sportback) offenbar den Nerv der Kunden, die noch nicht vollelektrisch fahren wollen.
Marken-Check: Škoda glänzt, Kernmarke VW unter Druck
Ein Blick auf die Markengruppen zeigt ein differenzierteres Bild: Škoda hat sich im abgelaufenen Quartal klar an die Spitze gesetzt und mit einem Absatzplus von 14,0 Prozent überzeugt. Besonders stark präsentierte sich dabei der neue Škoda Elroq, der mit 29.700 verkauften Einheiten auf Anhieb die Führung unter den meistverkauften E-Fahrzeugen im Konzern übernommen hat. Weniger erfreulich verlief die Entwicklung bei der Kernmarke Volkswagen Pkw, die einen Rückgang von 7,6 Prozent auf 1,05 Millionen Fahrzeuge verbuchen musste. Auch im Luxussegment lief es nicht rund, Porsche meldete ein Minus von 14,7 Prozent. Positiv sticht dagegen der Nutzfahrzeugbereich hervor, wo MAN mit einem Zuwachs von 14,5 Prozent ein starkes Ausrufezeichen setzen konnte.
Die Auslieferungszahlen von Volkswagen sind weiterhin schwach. Der große Turnaround lässt weiter auf sich warten. Dementsprechend schwächelt die Aktie zum Wochenauftakt weiter und bleibt im Abwärtstrend gefangen. Ein Kauf der VW-Aktie drängt sich weiterhin nicht auf. Bei den Nutzfahrzeugherstellern favorisiert DER AKTIONÄR den Traton-Rivalen Daimler Truck.
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