Nach dem scharfen Abverkauf am Dienstag haben die US-Börsen haben zur Wochenmitte klar zugelegt. Auslöser war ein Stimmungsumschwung nach Aussagen von US-Präsident Donald Trump zur Grönland-Frage. Dass zum 1. Februar keine neuen Strafzölle gegen europäische Länder verhängt werden, nahm Druck aus dem Markt.
Der Dow Jones schloss 1,21 Prozent höher bei 49.077 Punkten. Der S&P 500 gewann 1,16 Prozent auf 6.875 Zähler. Der Nasdaq 100 legte um 1,36 Prozent auf 25.326 Punkte zu. Alle großen Sektoren schlossen im Plus. Besonders gefragt waren Energie- und Technologieaktien. Auch Nebenwerte entwickelten sich überdurchschnittlich.
Trump erklärte beim Weltwirtschaftsforum in Davos, es gebe einen Rahmen für weitere Gespräche mit der Nato über Grönland und die Arktis. Militärische Optionen schloss er aus. Entscheidend für die Märkte war jedoch der Verzicht auf kurzfristige Zölle. Damit beruhigte sich auch der Anleihemarkt. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fiel um vier Basispunkte auf 4,25 Prozent. Der Dollar bewegte sich kaum, Gold gab nach.
Chip-Werte legen nach Lutnick-Aussagen kräftig zu
Bei den Einzelwerten standen unter anderem Halbleiter im Fokus. Nvidia legte um 2,9 Prozent zu, nachdem Konzernchef Jensen Huang Investitionen in die Rechenzentrumsinfrastruktur in Billionenhöhe in Aussicht stellte. Intel sprangen um 11,7 Prozent nach oben und markierten den höchsten Stand seit vier Jahren. Anleger positionierten sich vor den Quartalszahlen am Donnerstagabend. Zudem sorgte US-Handelsminister Howard Lutnick für Euphorie in der Branche. Er kündigte an, dass die USA eine Billion Dollar in die heimische Chip-Fertigung investieren würden.
Energiesektor gefragt
Im Energiesektor zogen Halliburton um gut vier Prozent an. Der Öldienstleister übertraf mit seinem Gewinn die Erwartungen. Auch SLB und Baker Hughes schlossen fester. Der Markt setzt auf zusätzliche Nachfrage im Zusammenhang mit einem möglichen Wiederaufbau der venezolanischen Ölindustrie.
Netflix und Johnson & Johnson verlieren nach Zahlen
Dagegen geriet Netflix unter Druck. Der Streaminganbieter verlor 2,2 Prozent nach einem vorsichtigen Ausblick und höheren Ausgaben für Inhalte. Johnson & Johnson schlossen leicht im Minus. Zwar überzeugten Zahlen und Prognose, belastend wirkte jedoch eine ungünstige Entwicklung in einem Rechtsstreit.
Nach den heftigen Ausschlägen der Vortage überwog an der Wall Street zum Handelsschluss die Erleichterung. Die politische Unsicherheit bleibt bestehen, doch kurzfristig haben die Märkte wieder Luft.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.
Heute, 22:37