Kehrtwende im Zollstreit: Die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Strafzölle des Grönland-Streits sind vorerst ausgesetzt. Nach einem Gespräch mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte spricht Trump von einem Rahmen-Deal in Sachen Grönland. Die Märkte reagieren prompt: Aktien, Dollar und Anleihen drehen nach oben.
Die Kehrtwende kam schneller als erwartet. US-Präsident Donald Trump hat die für den 1. Februar geplanten Strafzölle gegen mehrere europäische Länder überraschend ausgesetzt. Auslöser ist nach eigenen Angaben ein Rahmen für ein künftiges Abkommen zur Grönland-Frage. Die Reaktion an den Finanzmärkten fiel unmittelbar aus. Aktien legten deutlich zu, nachdem sie am Vortag noch unter den Eskalationsdrohungen gelitten hatten.
Auf seiner eigenen Social-Media-Plattform Truth Social erklärte Trump nach einem Treffen mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte, man habe den Rahmen eines zukünftigen Deals mit Blick auf Grönland und die gesamte Arktis abgesteckt. Auf dieser Basis würden die angekündigten Zölle nicht in Kraft treten. Details nannte weder er Präsident noch das Weiße Haus. Unklar bleibt auch, was der Rahmen konkret beinhaltet, zumal Dänemark erneut betonte, dass Grönland nicht zur Verhandlung stehe.
Zuvor hatte der US-Präsident den Druck massiv erhöht. Europäische NATO-Staaten, die sich Trumps Vorstoß widersetzten, hatten mit zusätzlichen Zöllen von zunächst zehn Prozent rechnen müssen, später sogar mit 25 Prozent. Parallel sorgten Aussagen über eine mögliche militärische Optionen für erhebliche Unruhe. Diese Spannungen hatten die Märkte belastet und eine breite Verkaufswelle ausgelöst.
Märkte atmen auf – auch Europa zieht an
Bereits vor der offiziellen Zoll-Aussetzung sorgte Trump mit seinem Auftritt in Davos für Entspannung, als er den Einsatz militärischer Mittel ausschloss. Nach dem endgültigen Rückzug von den Zöllen drehten die Märkte klar ins Plus. Der Dow Jones legte um 650 Punkte zu, der S&P 500 und der Nasdaq gewannen jeweils rund 1,2 beziehungsweise 1,3 Prozent. Auch der Dollar zog an, während die Renditen der US-Staatsanleihen nachgaben. Auch die europäischen Börsen dürften profitieren, so gewinnen etwa DAX-Futures nach Handelsschluss zur Stunde 1,6 Prozent zu
Das Geschehen rund um Grönland und ein erneutes Aufflammen des Handelskriegs prägt die Märkte. Mit der jüngsten Ankündigung entspannt sich die Situation zunächst wieder. DER AKTIONÄR hält Sie auf dem laufenden.
Heute, 20:55