Donald Trump in Davos: Militärischer Eingriff in Grönland vom Tisch – Zollkrieg voraus?

Donald Trump in Davos: Militärischer Eingriff in Grönland vom Tisch – Zollkrieg voraus?
Foto: Chip Somodevilla/GettyImages
DJ Industrial Average -%
Julian Weber Heute, 16:55 Julian Weber

Donald Trumps Rede auf dem World Economic Forum in Davos war mit Spannung erwartet worden – auch wegen der Relevanz für die Aktienmärkte. Mit klaren Aussagen zu Grönland, Nato und Zöllen nahm der US-Präsident geopolitische Risiken aus dem Markt, erhöht aber dennoch den Druck auf Europa. Investoren reagieren prompt.

Donald Trumps Auftritt beim Weltwirtschaftsforum in Davos hat den Märkten eine klare Richtung vorgegeben. Im Zentrum seiner Rede stand nahezu ausschließlich das aufgrund der geopolitischen und ökonomischen Sprengkraft aktuell am meisten beachtete Thema: Grönland. Der US-Präsident bekräftigte den Anspruch der USA auf das autonome Gebiet und erklärte offen, es handle sich um ein zentrales Sicherheitsinteresse der Vereinigten Staaten.

Marktrelevant war vor allem eine Aussage, die in diesem Zusammenhang wie ein Befreiungsschlag wirkte. Trump schloss erstmals ausdrücklich den Einsatz militärischer Gewalt aus. Er wolle keine Gewalt anwenden und habe das auch nicht nötig, sagte der Präsident. Diese Klarstellung nahm die Sorge vor einer Eskalation zwischen den USA, der Europäischen Union und der Nato aus dem Markt. Nach den kräftigen Verlusten vom Vortag reagierten die US-Börsen darauf spürbar erleichtert: Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq 100 notieren nach leichten Verlusten kurz vor Handelsstart nun mit rund einem Prozent im Plus.

Trump erhöht Druck auf Europa – erneuter Zollkrieg nicht vom Tisch

Gleichzeitig erhöhte Trump den politischen Druck auf Europa. Er forderte sofortige Verhandlungen über Grönland und stellte klar, dass Europa eine Wahl habe. Zustimmung werde geschätzt, Ablehnung hingegen nicht vergessen. Zuvor hatte der Präsident im Zuge des Streits mit neuen Strafzöllen gegen mehrere europäische Nato-Staaten gedroht. Damit bleibt das Thema Handelspolitik ein latenter Unsicherheitsfaktor für Investoren.

Auch zur Nato äußerte sich Trump eindeutig. Zwar bekannte er sich zum Bündnis, kritisierte jedoch erneut die aus seiner Sicht unfaire Lastenverteilung. Die USA seien bereit, ihre Partner jederzeit zu schützen, zweifelten aber daran, im Ernstfall dieselbe Unterstützung zu erhalten. Diese Aussagen dürften vor allem im Rüstungs- und Verteidigungssektor aufmerksam verfolgt werden.

Infront DowJones (WKN: 969420)

Donald Trumps Rede auf dem WEF hielt, was sie versprach. Wichtig ist in erster Linie, dass ein militärischer Eingriff in Grönland vom Tisch ist. Der stattdessen im Raum stehende Handelskrieg könnte jedoch ein unerwartetes Ausmaß annehmen und dürfte die Märkte weiter im Griff behalten. DER AKTIONÄR hält Sie auf dem laufenden.

Behandelte Werte

Name Wert Veränderung
Heute in %
Infront DowJones - Pkt.

Aktuelle Ausgabe

Trump gibt den Bullen Zucker

Nr. 04/26 8,90 €
Paypal Sofortkauf Im Shop kaufen Sie erhalten einen Download-Link per E-Mail. Außerdem können Sie gekaufte E-Paper in Ihrem Konto herunterladen.