Nach dem Abverkauf vom Dienstag zeichnet sich zur Wochenmitte keine Erholung an der Wall Street ab. Futures auf den S&P 500 notieren kurz vor Marktöffnung nahezu unverändert, Dow Jones und Nasdaq 100 werden rund 0,2 Prozent tiefer erwartet. Netflix, Johnson und Johnson und United Airlines sowie Donald Trump in Davos prägen den vorbörslichen Handel.
Entscheidend für die Märkte bleibt aktuell die Politik. US-Präsident Donald Trump hatte bereits am Wochenende mit neuen Zollandrohungen gegen mehrere europäische Länder die Sorge vor einem Handelskonflikt neu entfacht. Im Fokus steht der Streit um Grönland. Am Mittwoch wird Trump auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos sprechen, sein Auftritt wird daher genau beobachtet. Anleger fürchten eine weitere Eskalation. Parallel zog sich Kapital aus US-Anlagen zurück. Der Dollar schwächte sich ab, während Renditen lang laufender US-Staatsanleihen und der Goldpreis zulegten. Gold markierte erneut ein Rekordhoch.
Zusätzliche Unsicherheit bringt die Justiz. Der Oberste Gerichtshof verhandelt einen Fall zur Absetzung der Fed-Gouverneurin Lisa Cook. Das Verfahren gilt als Test für die Unabhängigkeit der Notenbank und belastet das Sentiment am Anleihemarkt.
Netflix nach schwachem Ausblick unter Druck
Bei den Einzelwerten sorgt die Berichtssaison für Bewegung. Netflix rutscht vorbörslich um rund sieben Prozent ab. Zwar lagen Umsatz und Gewinn im vierten Quartal über den Erwartungen, doch der Margenausblick enttäuschte. Zudem relativierte das Management ambitionierte interne Ziele.
Johnson & Johnson schwach, United Airlines gefragt
Johnson und Johnson gibt ebenfalls nach. Höhere Umsätze mit Krebs- und Autoimmunmedikamenten konnten den Wegfall eines wichtigen Patents zwar kompensieren, doch der Ausblick blieb unter den Markterwartungen. United Airlines zeigt sich unterdessen fester. Trotz Belastungen durch den Regierungsstillstand übertraf der am Dienstagabend berichtete bereinigte Gewinn die Prognosen. Für dieses Jahr stellt der Konzern einen deutlichen Ergebnisanstieg in Aussicht.
Berkshire Hathaway setzt Kraft Heinz unter Druck
Unter Druck steht Kraft Heinz. Großaktionär Berkshire Hathaway erwägt den Ausstieg. Die Aktie verliert vorbörslich deutlich. Charles Schwab sinkt trotz kräftigem Gewinnplus, da das Ergebnis je Aktie die Schätzungen verfehlte.
Das Marktumfeld bleibt fragil. Solange die Handelspolitik und die Unabhängigkeit der Fed infrage stehen, dürfte die Volatilität hoch bleiben. Anleger bleiben mit DER AKTIONÄR am Ball und warten auf klare Signale aus Davos.
Heute, 15:15