Netflix legt starke Zahlen vor und übertrifft im vierten Quartal die Erwartungen von Wall Street. Umsatz und Gewinn steigen deutlich, auch das Gesamtjahr fällt stark aus. Der Streamingriese baut vor allem sein Werbegeschäft aus. Doch der Ausblick dämpft die Euphorie – höhere Ausgaben dämpfen den Ausblick. Die Aktie verliert nachbörslich.
Netflix hat im vierten Quartal besser abgeschnitten als von Analysten erwartet. Der Streaminganbieter steigerte den Umsatz um rund 17 Prozent auf 12,1 Milliarden DollarDer Gewinn lag 56 Cent je Aktie sogar 27 Prozent über dem Vorjahreswert. Beide Werte lagen zudem über den Schätzungen des Marktes. Von Bloomberg geführte Analysten hatten im Schnitt 12,0 Milliarden Dollar respektive 55 Cent erwartet. Das Wachstum ist vor allem mit Preiserhöhungen und den Ausbau des Werbegeschäfts zu erklärem.
Auf Jahressicht erzielte Netflix 2025 Erlöse von 45,2 Milliarden Dollar, ein Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der Abonnenten wuchs um fast acht Prozent auf mehr als 325 Millionen. Gleichzeitig meldete der Konzern ein Engagement-Wachstum von lediglich rund zwei Prozent in der zweiten Jahreshälfte. Netflix verweist zunehmend auf klassische Kennzahlen und veröffentlicht keine regelmäßigen Abodaten mehr.
Für das laufende Quartal zeigt sich das Management vorsichtiger. Der Gewinn soll bei 76 Cent je Aktie liegen und damit unter den Markterwartungen von 82 Cent. Der Umsatz wird mit 12,2 Milliarden Dollar auf dem Niveau der Schätzungen gesehen. Belastend wirken höhere Investitionen in Inhalte sowie Kosten im Zusammenhang mit der geplanten Übernahme des Studio- und Streaminggeschäfts von Warner Bros. Discovery. Hier passte Netflix am Dienstag bereits sein Angebot an.
Steigende Ausgaben
Neben der kostenintensiven Warner-Übernahme will Netflix auch die Ausgaben für Filme und Serien 2026 um zehn Prozent erhöhen. Bereits im vergangenen Jahr flossen rund 18 Milliarden Dollar in Inhalte. Der Abschluss der Warner-Transaktion schlägt 2025 zusätzlich mit 275 Millionen Dollar zu Buche. Um Liquidität zu sichern, setzt Netflix Aktienrückkäufe vorerst aus. Strategisch verspricht sich der Konzern vom Deal Zugang zu einer umfangreichen Film- und Serienbibliothek sowie Impulse für neue Geschäftsfelder wie Spiele, Erlebnisse und Konsumprodukte.
Die Geschäftszahlen von Netflix für das abgelaufene Geschäftsjahr sind besser ausgefallen als erwartet. Allerdings zeigen sich Anleger besorgt um die steigenden Ausgaben und die finanzielle Belastung durch einen potenziellen Warner-Bros.-Deal. Die Aktie verliert nach US-Handelsschluss knapp fünf Prozent. Ein Einstieg drängt sich im aktuellen Umfeld nicht auf.
20.01.2026, 22:21