Tesla hat im vergangenen Quartal dank besserer Auslieferungen deutlich mehr Umsatz gemacht. Doch der von Elon Musk geführte Elektroauto-Hersteller verfehlte die Erwartungen der Wall Street beim bereinigten Ergebnis pro Aktie jedoch haushoch. Analysten hatten im Schnitt mit 50 Cent gerechnet, Tesla kam dagegen nur auf 33 Cent Gewinn je Aktie, wie das Unternehmen am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte. Die Aktie fiel im nachbörslichen US-Handel um mehr als zwei Prozent.
Der Quartalsumsatz von Tesla stieg im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 26 Prozent auf 28,2 Milliarden Dollar (24,7 Mrd Euro). Grundlage dafür war ein zuvor sehr starker Zuwachs bei den Auslieferungen, die im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Viertel auf 480.126 Fahrzeuge geklettert sind.In den vergangenen beidem Geschäftsjahren hatte Tesla Absatzrückgänge verbucht.
Unter dem Strich sank der Quartalsgewinn allerdings um fünf Prozent auf gut 1,11 Milliarden Dollar. Unter anderem eine Folge von Rabatten vor allem im wichtigen Heimatmarkt USA sein. Zudem sanken die Erlöse aus dem Verkauf von CO2-Verschmutzungsrechten auf 146 Millionen Dollar von 439 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. Die Bruttomarge (Gewinn nach Abzug der Herstellungskosten) fiel auf 16,8 von 17,2 Prozent vor einem Jahr. Analysten hatten laut StreetAccount 19,4 Prozent erwartet.
Goldman Sachs-Analyst Marc Delaney erwartete im Rahmen der Q2-Zahlen News in Sachen Robotaxis und autonomes Fahren. Tesla lieferte nur bedingt: „Der Kapazitätsaufbau und das Hochfahren im Rahmen unserer mehrjährigen Infrastrukturinitiativen – einschließlich KI-Rechenleistung, Solar, Batteriematerial- und Halbleiterfertigung – sind im Gange“, teilte das Unternehmen in der Präsentation zu den Zahlen mit.
Tesla-Chef Elon Musk sagte im Earnings Call, Tesla werde bald mehr Details zur Chip-Fabrik bekanntgeben und habe bereits Ausrüstung für eine „Development Fab“ bestellt, wollte aber keine weiteren Details zu den „Hochrisiko-, Hochrendite-Wetten“ rund um KI-Chips nennen. Tesla erklärte in der Präsentation weiter, man installiere „die Linien der ersten Generation für Optimus“ und werde „bald mit der Produktion beginnen“. „Das wird das am schwierigsten zu skalierende Produkt sein, das wir je bei Tesla gefertigt haben, weil an dem Roboter alles neu ist“, so Musk im Call.
Die Erwartungshaltung gegenüber Tesla war nach den guten Auslieferungszahlen zuvor sehr hoch. Im Anbetracht der sportlichen Bewertung der Aktie (KUV 13, KGV 195 für 2027 ) auch kein Wunder. Für eine nachhaltige Neubewertung der Aktie braucht Tesla positive News in Sachen Cybercab, Optimus und der Terafab.
Wer investiert ist, kann die Aktie halten. Ein Neueinstieg drängt sich aufgrund der hohen Bewertung sowie der zuletzt fehlenden neuen Impulse im Bereich Robotaxis sowie Humanoide nicht auf.
Enthält Material von dpa-AFX
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