Tesla hat nach einem Jahr mit deutlichen Rückgängen wieder mehr Autos verkauft. Im ersten Quartal stiegen die weltweiten Auslieferungen des Elektroauto-Pioniers im Jahresvergleich um 6,3 Prozent auf 358.023 Autos. Und dennoch gab die Aktie im Anschluss an die Zahlen deutlich nach.
Tesla kam im ersten Quartal auf 358.023 Auslieferungen weltweit. Analysten hatten im Vorfeld mit rund 370.000 Einheiten gerechnet. Die Auslieferungszahlen von Tesla seien zwar recht enttäuschend ausgefallen, doch komme das nicht überraschend, schrieb Analyst Dan Ives von Wedbush. Europa stelle für die Auslieferungen weiterhin einen Gegenwind dar, doch in China präsentiere sich Tesla trotz zunehmender Konkurrenz durch einheimische Hersteller weiter stark. Zudem schalte das Unternehmen derzeit einen Gang zurück, um sich stärker auf seine Strategie rund um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz zu konzentrieren, fuhr Ives fort. Ives ließ sein Kursziel für die Tesla-Aktie unangetastet. Der Analyst von Wedbush traut der Aktie nach wie vor Potenzial bis 600 Dollar zu.
Weitaus pessimistischer zu Tesla äußerte sich Ryan Brinkman von JP Morgan. Die Auslieferungszahlen für das erste Quartal lägen unter den Markterwartungen, schrieb Brinkman. Ein Rekordanstieg nicht-verkaufter Autos verschlimmere die Sorgen hinsichtlich des freien Cashflows.
Um das Interesse der Investoren zu halten, hat CEO Elon Musk hervorgehoben, dass 2026 für Tesla entscheidend sei werde. Der Fokus von Tesla liege auf dem Robotaxi-Projekt sowie in der Weiterentwicklung des humanoiden Roboters Optimus.
Diese Pläne würden jedoch Zeit zum Skalieren brauchen. Zudem sei das Vorhaben von Musk nicht billig, so JP Morgan-Analyst Brinkman. Sein Kursziel für die Aktie lautet 145 Dollar.
Die Aktie von Tesla geriet in Folge der schwachen Auslieferungszahlen unter Druck. Dennoch: Tesla hängt mittlerweile weitaus weniger an der Entwicklung der Auslieferungszahlen, also dem klassischen Autoverkauf, als vielmehr an der Entwicklung der Zukunftsfelder Humanoide Roboter und Robotaxis. Im Bereich der Robotaxis sowie der Humanoiden Roboter ist mit Waymo, Zoox, Xpeng, Hyundai, Neura Robotics oder Boston Dynamics die Konkurrenz allerdings sehr stark, die Innovationssprünge sind gewaltig und Tesla ist aktuell nicht First Mover. Hinzu kommen die nach wie vor hohen Bewertungsmultiplen der Tesla-Aktie. Charttechnisch hat der Abwärtstrend weiter Bestand, die 200-Tage-Linie bei 396,94 Dollar ist ein Stück entfernt. Ein Neueinstieg drängt sich nicht auf, Anleger warten eine Bodenbildung ab.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Tesla.
Heute, 14:44