Tesla hat einmal mehr für einen Paukenschlag gesorgt. Der EV-Hersteller gab am Wochenende bekannt, dass man gemeinsam mit SpaceX und xAI eine Halbleiterfabrik bauen will. Die Ankündigung sorgte nicht nur für einen Kurssprung von rund vier Prozent bei der Tesla-Aktie, sondern für ebenso große Verluste bei den Papieren von Micron.
Das neue Projekt mit dem Namen „Terafab“ war bereits zuvor angedeutet worden, wurde aber erst am Samstag bei einer Veranstaltung in Austin, Texas, offiziell vorgestellt. Der Name bezieht sich auf das Ziel, jährlich eine Rechenleistung von einem Terawatt zu produzieren – doppelt so viel wie der derzeitige Gesamtverbrauch der USA. Die Chips sollen Teslas umfassende KI-Strategie antreiben, darunter autonomes Fahren, Robotaxis und die Optimus-Roboter. Kostenpunkt: Voraussichtlich rund 25 Milliarden Dollar.
Laut Elon Musk soll die Terafab langfristig als vollständig vertikal integrierte Anlage aufgebaut werden, die alle Schritte der Halbleiterproduktion abdeckt. Geplant sind zwei Chiptypen: die leistungsstarken KI5- und KI6-Inferenzchips für Tesla-Fahrzeuge und Optimus-Roboter sowie der D3-Chip, der speziell für die orbitalen Rechenzentren von SpaceX entwickelt wird.
Langfristig sollen rund 80 Prozent der in der Terafab produzierten Halbleiter vom Typ D3 sein und im Weltraum eingesetzt werden, während der Rest für Anwendungen auf der Erde vorgesehen ist. Diese Chips sind Teil von SpaceX Plänen, Rechenzentren im All zu betreiben, um ausreichend Rechenleistung für zukünftige KI-Systeme bereitzustellen.
Musk hatte bereits angekündigt, dass weltraumbasierte Rechenzentren bald Realität werden könnten, auch wenn viele Experten erhebliche technische und finanzielle Hürden sehen.
Zudem erklärte Musk, dass seine Unternehmen bestehende Zulieferer wie Micron, TSM und Samsung aufgefordert hätten, ihre Kapazitäten schneller auszubauen. Das Tempo sei jedoch langsamer gewesen als gewünscht. „Entweder wir bauen die Terafab oder wir bekommen keine Chips“, sagte Musk. „Und wir brauchen die Chips. Also werden wir die Terafab bauen.“
Mit der Terafab möchte Musk seine Unternehmen unabhängiger von Zulieferern machen, was grundsätzlich positiv ist. Allerdings wirkt der Plan noch nicht zu Ende gedacht. Anleger bleiben bei der Tesla-Aktie vorerst weiter an der Seitenlinie.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Tesla.
Heute, 21:25