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21.02.2019 Matthias J. Kapfer

Sorgen um Autobauer Daimler – Es brennt an vielen Ecken

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Daimler

Nachdem sich Volkswagen und Audi bereits in einem Bußgeldverfahren um illegale Abschalteinrichtungen verantworteten mussten, droht Daimler nun Ähnliches. Die Folgen könnten eine hohe Geldstrafe sein. Konkurrent Volkswagen zahlte in einem vergleichbaren Verfahren rund eine Milliarde Euro an Bußgeld. Die Daimler-Aktie bleibt weiter auf Tauchstation.

Der nächste Paukenschlag

Der Daimler-Konzern soll laut den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Stuttgart illegale Abschalteinrichtungen in seinen Autos verbaut haben. Verantwortliche Führungskräfte sollen im Zusammenhang mit dem Vorwurf des Einbaus derartiger Einrichtungen ihre Aufsichtspflichten verletzt haben.

Vergleichbare Fälle hat es bereits bei Volkswagen und dessen Premium-Tochter Audi gegeben. Die Muttergesellschaft wurde mit einer Strafe von einer Milliarde Euro zur Kasse gebeten. Die Ingolstädter zahlten ein Bußgeld von 800 Millionen Euro. Weitere Bußgeldverfahren laufen auch gegen die VW-Tochter Porsche sowie den Automobilzulieferer Bosch.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart reiht sich nun mit ihrem Bußgeldverfahren in die Liste der Rechtsstreitigkeiten von Daimler ein. Neben dem US-Justizministerium und der Umweltbehörde EPA ermittelt auch eine Regierungskommission des Bundesstaates Kalifornien gegen den Konzern.

Daimler kooperiert

Zu den Ermittlungen wollte sich der Konzern nicht äußern. Man kooperiere „vollumfänglich“ hieß es lediglich aus der Konzernzentrale in Stuttgart. Für das Kraftfahrtbundesamt (KBA) ist die Sache eindeutig – Daimler hat laut der Behörde illegale Abschalteinrichtungen in Dieselfahrzeugen verbaut.

(Bildquelle: statista)

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) verdonnerte deshalb die Stuttgarter zum europaweiten Rückruf von rund 700.000 Fahrzeugen – 280.000 davon allein in Deutschland. Erneuert werden soll die Version der Motorsteuerungssoftware. Daimler hat bereits im Herbst mit den Updates begonnen, legte aber Widerspruch gegen die Anordnung des Kraftfahrtbundesamtes ein.

Abwarten bei der Daimler-Aktie

Die derzeitige Situation für deutsche Autobauer ist brenzlig. Die Folgen des Diesel-Skandals hängen den Herstellern immer noch nach. Im Bußgeldverfahren wird Daimler höchstwahrscheinlich zur Kasse gebeten. Weiteres Ungemacht droht außerdem aus den USA, wo Präsident Trump mit möglichen Autozöllen die deutsche Autoindustrie gehörig unter Druck bringt.

An der Börse läuft es unterdessen nicht besser für den Stuttgarter Autobauer. Der Daimler-Chart sieht nach wie vor angeschlagen aus. Die hohe Dividendenrendite von über sechs Prozent stellt auch kein Kaufargument dar. Ein Kaufsignal würde sich erste ergeben, wenn das Papier den seit einem Jahr anhaltenden Abwärtstrend bei 52,90 Euro nach oben verlässt.

Die negativen Faktoren wie die Rechtsstreitigkeiten, die Abschwächung des Automarktes sowie die schleppend vorangehende Elektromobilität sind ein zu großes Risiko für den Kauf der Aktie. Anleger halten vorerst Abstand.

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