Die RWE-Aktie hat am Mittwoch ein starkes Ausrufezeichen gesetzt und erstmals seit 2011 wieder die Marke von 50 Euro ins Visier genommen. Rückenwind kommt aus Großbritannien: Bei der jüngsten Offshore-Windauktion hat sich der Energiekonzern aus Essen einen Großteil der ausgeschriebenen Kapazitäten gesichert und gilt damit als klarer Gewinner der Runde.
Auch der britische Versorger SSE konnte profitieren, doch RWE legte mit einem Kursplus von gut drei Prozent stärker zu. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus damit bereits auf knapp zehn Prozent. RWE gehört am Vormittag neben Bayer zu den größten Gewinnern im deutschen Leitindex DAX.
In der siebten britischen Ausschreibungsrunde (AR7) erhielt RWE Zuschläge für Offshore-Windprojekte mit einer Gesamtleistung von 6,9 Gigawatt. Dazu zählen die Projekte Norfolk Vanguard East und West in der Nordsee, zwei Flächen in der Dogger Bank South sowie Awel y Môr in der Irischen See.
Zusätzlichen Schub verleiht eine neue Partnerschaft mit der Beteiligungsgesellschaft KKR. Gemeinsam wollen beide Unternehmen die Windparks Norfolk Vanguard East und West realisieren. KKR steigt mit 50 Prozent ein, der Abschluss der Transaktion wird – vorbehaltlich der Genehmigungen – für den Sommer erwartet. Die beiden Parks sollen zusammen rund drei Gigawatt leisten, das Investitionsvolumen liegt bei über 15 Milliarden Dollar. Die Inbetriebnahme ist für 2029 und 2030 geplant.
Auch von Analystenseite gibt es Rückenwind: Jefferies bestätigt das Kaufurteil mit einem Kursziel von 54 Euro, Bernstein sieht RWE ebenfalls als größten Profiteur und bleibt bei „Outperform“.
Die Aktie von RWE notiert mittlerweile so hoch wie seit 2011 nicht mehr. Charttechnisch stehen die Ampeln weiter auf grün. Allerdings sieht DER AKTIONÄR bei Iberdrola aus Spanien in der Versorgerbranche noch mehr Potenzial.
Heute, 10:35