Die Robinhood-Aktie geriet nach den jüngsten Quartalszahlen unter Druck. Doch während Anleger kurzfristig Krypto-Sorgen plagen, sieht das Analysehaus Bernstein eine massive Kaufgelegenheit. Der Grund: Das Unternehmen wandelt sich schneller als vom Markt wahrgenommen.
Der Schreck am Dienstag saß tief. Nachbörslich knickte die Aktie von Robinhood zeitweise um rund neun Prozent ein. Aktuell notiert das Papier bei rund 78,40 Dollar und hat seit Jahresbeginn fast ein Viertel an Wert verloren. Auslöser für die Skepsis war ein Rückgang der Einnahmen aus dem Kryptogeschäft. Diese brachen im Vergleich zum Vorjahr um 38 Prozent auf 221 Millionen Dollar ein. Wer jedoch nur auf diese Sparte schaut, verpasst das größere Bild. Denn trotz der Schwäche im digitalen Segment steigerte Robinhood den Gesamtumsatz um 27 Prozent auf einen Rekordwert von 1,28 Milliarden Dollar.
Weg von der reinen Zocker-App
Die Experten von Bernstein stufen die aktuelle Schwäche lediglich als „Krypto-Zittern“ ein. Analyst Gautam Chhugani hält an seinem Kursziel von 160 Dollar fest. Das entspricht einem Potenzial von 100 Prozent. Die Logik dahinter: Robinhood ist längst kein reiner Broker für spekulative Kleinanleger mehr. Das Unternehmen diversifiziert seine Einnahmequellen konsequent in Richtung Abonnements und Zinserträge. Die Zahl der Gold-Abonnenten erreichte zuletzt neue Höchststände. Auch das Volumen der Altersvorsorge-Konten verdoppelte sich innerhalb eines Jahres auf 26,5 Milliarden Dollar. Entsprechend robust zeigt sich die operative Basis, selbst wenn der Handel mit Bitcoin und Co. stagniert.
Wetten auf die Zukunft
Ein neuer, dynamischer Wachstumstreiber sind die sogenannten Prognosemärkte. Hier können Nutzer auf den Ausgang realer Ereignisse wetten. Diese Sparte steuerte im vierten Quartal bereits 14 Prozent zu den transaktionsbasierten Umsätzen bei. Insgesamt wurden 8,5 Milliarden Kontrakte gehandelt – ein Wert, der die Erwartungen der Analysten weit übertraf. Bernstein setzt zudem auf das Projekt „Rothera“, ein Joint Venture für Prognosemärkte, das Mitte 2026 starten soll. Parallel dazu treibt Robinhood die technische Unabhängigkeit voran. Mit dem Start der „Robinhood Chain“, einer eigenen Blockchain-Infrastruktur, bereitet sich der Konzern darauf vor, reale Vermögenswerte digital handelbar zu machen.
Bernstein rät zum Einstieg
Bernstein sieht keinen Grund, bei Kursen nahe dem Tiefpunkt negativ zu werden. Im Gegenteil: Die Analysten identifizieren den Bereich zwischen 60 und 75 Dollar als ideale Zone für den langfristigen Bestandsaufbau. Die Kombination aus stabilen Abo-Einnahmen, dem Einstieg in das Bankgeschäft und der Dominanz bei Prognosemärkten rechtfertigt aus Sicht der Experten die Einstufung „Outperform“.
Robinhood befindet sich mitten in einer Transformation. Während die Abhängigkeit vom Krypto-Hype sinkt, floriert das Geschäft mit Abonnements und neuen Handelsinstrumenten wie Prognosemärkten. DER AKTIONÄR setzt in seinem AKTIONÄR-Depot bereits seit Längerem auf die Aktie. Wie Anleger jetzt handeln sollten, erfahren sie in der neuen Ausgabe des AKTIONÄR, die hier ab 19:00 Uhr verfügbar ist.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Robinhood.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Aktien der Robinhood befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
Heute, 14:14