Der Sportwagenbauer Porsche meldet wegen der weiterhin schwierigen Lage in China und in Nordamerika einen sinkenden Absatz. Im ersten Quartal 2026 verkaufte der Luxusauto-Hersteller weltweit 60.991 Fahrzeuge, wie das Unternehmen in Stuttgart mitteilte. Das waren 15 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Und dennoch steigt die Aktie...
Als Gründe für den Absatzrückgang nannte Porsche unter anderem das Auslaufen der Produktion des Cayman und Boxster mit Verbrenner sowie entfallene Steuervergünstigungen für Elektro- und Hybridfahrzeuge in den USA. In China ging der Absatz um 21 Prozent auf 7.519 Sport- und Geländewagen zurück. Einer der Gründe für die Kaufzurückhaltung im Reich der Mitte ist, dass das Geld bei wohlhabenden Chinesen wegen der Immobilienkrise nicht mehr so locker sitzt.
„China ist mit 24 Millionen Neuwagen der weltweit absolut wichtigste Automarkt. Damit hat man ein großes längerfristiges Risko im Länder-Portfolio. Entwicklung ist bei Porsche in China deutlich weniger vertreten mit Standorten als etwa bei VW, Mercedes oder Porsche. Man kann China nicht aus Zuffenhausen oder Weissach heraus gewinnen. China setzt die Trends im Autogeschäft mit automatisiertem Fahren“, sagt Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer.
Auf dem wichtigen nordamerikanischen Markt ist das Minus bei den Verkäufen deutlich geringer ausgefallen. Hier wurden von Januar bis März 18.344 Fahrzeuge verkauft. Das waren aktuell elf Prozent weniger.
Porsche-Vertriebsvorstand Matthias Becker sagte, der Absatz zwischen Januar und März liege im Bereich der Erwartungen.
Bei den weltweit verkauften Modellreihen lag der Cayenne weiterhin an der Spitze: Sein Absatz sank um vier Prozent auf 19.183 Fahrzeuge. Ab Sommer soll die vollelektrische Variante schrittweise eingeführt werden. Der Sportwagen 911 legte um 22 Prozent auf 13.889 Autos zu.
"Der Fokus in den kommenden Monaten liegt nun auf der Markteinführung des vollelektrischen Cayenne", ergänzte Porsche-Vertriebsvorstand Matthias Becker.
"Der Fokus richtet sich nun auf den bevorstehenden Capital Markets Day im dritten Quartal 2026. Wir gehen davon aus, dass Porsche im Vorfeld zusätzliche Maßnahmen bei Produkten, Antrieben und Personalkosten ankündigen wird", so Analyst Jose Asumendi von JP Morgan. "Wir glauben, dass das Management in den kommenden Monaten weitere strategische Maßnahmen ergreifen wird - möglicher Verkauf von Nicht-Kern-Vermögenswerten, weitere Kosteneinsparungen - das Profil von P911 als Wendepunkt mit einer 2- bis 3-Jahresperspektive schärfen könnte", so die UBS Analysten unter der Leitung von Patrick Hummel.
Anleger hoffen 2026 auf neue Impulse durch Michael Leiters, der zu Beginn des Jahres den CEO-Posten bei Porsche von Oliver Blume übernommen hat. Leiters hat viele Baustellen vor der Brust. Neben dem sinkenden Absatz belastet der Strategieschwenk, wieder mehr Verbrenner statt Elektromodelle zu entwickeln und zu produzieren, die Porsche AG. Hinzu kommt, dass die Verkäufe im wichtigsten Absatzmarkt China weiterhin unter Druck stehen. Leiters muss eine Porsche-Strategie definieren und dann Stück für Stück in die Umsetzung gehen. Die Kursentwicklung hängt allerdings maßgeblich an China. Charttechnisch hat sich das Papier nach mehreren Downgrades durch Analysten wieder gefangen. Aufgrund der zahlreichen Probleme warten Anleger jedoch erste Schritte des neuen CEO ab.
Enthält Material von dpa-AFX
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Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Porsche AG.
Heute, 14:58