Der Sportwagenbauer Porsche meldete vor kurzem wegen der weiterhin schwierigen Lage in China und in Nordamerika einen sinkenden Absatz. Im ersten Quartal 2026 verkaufte der Luxusauto-Hersteller weltweit 60.991 Fahrzeuge, 15 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Trotz der rückläufigen Verkaufszahlen konnte sich die Aktie der Porsche AG zuletzt stabilisieren.
Tom Narayan von der kanadischen Bank RBC hat das Kursziel für die Aktie der Porsche AG nach der Vorlage der Zahlen für das erste Quartal von 40 auf 41 Euro angehoben, die Einstufung auf "Sector Perform" belassen. Das überraschend gute Quartal des Sportwagenbauers spiegele einen günstigen Produktmix wider und steigere sein Vertrauen in die Erreichbarkeit der Margenziele ungeachtet negativer Währungs- sowie Sondereffekte, schrieb Narayan in einer Studie. Einziges Manko aus seiner Sicht: Porsche hat die Zielsetzung für die Volumina in China 2026 nach unten hin konkretisiert.
"Der Auftragseingang bleibt über den Produktmix hinweg robust, insbesondere bei Sondermodellen wie dem GT3 S/C, wo die Nachfrage besonders stark ist. Nach unserem Verständnis sind auch die Bestellungen für den elektrischen Cayenne sehr zufriedenstellend, auch aus Mix-Perspektive", so Analyst Tim Rokossa von der Deutschen Bank.
Investoren hoffen nach wie vor, dass der neue CEO Michael Leiters den Luxusauto-Hersteller aus der Krise führt. "2026 steht für Porsche im Zeichen der Neuausrichtung", sagte der seit Jahresbeginn amtierende neue Konzernchef Leiters. Mit klaren Maßnahmen mache man Porsche schlanker und schneller. Die Transformation sei anspruchsvoll und erfordere konsequentes Handeln und Disziplin.
Für das Gesamtjahr rechnet Porsche mit niedrigeren Verkaufszahlen als im Jahr 2025 und will sich stärker auf besonders margenstarke und leistungsorientierte Fahrzeuge konzentrieren.
Für Porsche bestehen weiterhin große Risiken durch die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Belastend wirkt sich auch die anhaltend schwache Nachfrage in China aus. CEO Michael Leiters, der zu Beginn des Jahres den Posten bei Porsche von Oliver Blume übernommen hat, hat nach wie vor viele Baustellen vor der Brust. Neben dem sinkenden Absatz belastet der Strategieschwenk, wieder mehr Verbrenner statt Elektromodelle zu entwickeln und zu produzieren. Leiters muss eine Porsche Strategie definieren und dann Stück für Stück in die Umsetzung gehen. Exklusive Nische á la Ferrari oder mehr in den Massenmarkt? Die Aktie hat sich zuletzt trotz der nach wie vor schwachen News gefangen und den Weg nach oben eingeschlagen. Mit dem Break der 100-Tage- sowie der 200-Tage -Linie bei 43,05 Euro hat das Papier ein neues Kaufsignal generiert. Aktuell bekommt die Aktie Support bei 44,96 Euro. die nächste Unterstützung liegt bei 43,04 Euro. Spekulative Anleger wagen eine Position und bringen Geduld mit. Erst der Capital Markets Day von Porsche im Herbst wird detailliertere Einblicke in die Strategie von Leiters geben.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Porsche AG.
Heute, 14:55