Nach den jüngsten Quartalszahlen zeigt die Porsche-Aktie zur Abwechslung wieder etwas Stärke. Seit der Veröffentlichung hat der Wert rund 2,5 Prozent zugelegt. Das ist noch kein Befreiungsschlag. Aber es ist ein erster Hinweis, dass der Markt die Zahlen nicht mehr einfach abstraft. Nach dem schwachen Lauf der vergangenen Monate ist schon das ein kleiner Lichtblick.
Die operative Entwicklung hatten wir bereits direkt nach den Zahlen eingeordnet: Porsche verkauft weniger Autos, verdient weniger Geld, hält aber an der Prognose fest. Genau dieser Punkt kommt bei Analysten nun vergleichsweise gut an. Nach mehreren Prognosesenkungen im vergangenen Jahr sorgt die bestätigte Jahreszielspanne zumindest für etwas Vertrauen.
RBC hebt hervor, dass das operative Ergebnis im ersten Quartal besser ausgefallen sei als erwartet. Die Marge wurde laut den Analysten durch Preisdiziplin und positive Mixeffekte gestützt. Citi sieht ebenfalls ein solides Zahlenwerk und Hinweise darauf, dass sich die operative Rendite stabilisiert. Bernstein formuliert es nüchterner: Porsche sei mit „weniger Drama“ ins Jahr gestartet.
Die Probleme sind damit nicht verschwunden. China bleibt schwach, US-Zölle belasten, der Umbau kostet Geld. Auch der Konflikt im Nahen Osten ist in der Prognose nicht berücksichtigt. Dennoch: Für eine Aktie, die seit dem Börsengang massiv an Wert verloren hat, reicht aktuell schon etwas Stabilität für eine Gegenbewegung.
Auch die neue Führung spielt eine Rolle. CEO Michael Leiters arbeitet an der Strategie 2035. Porsche soll schlanker werden, die Kostenbasis senken und die Widerstandskraft erhöhen. Das klingt nach Pflichtprogramm, ist nach dem schwierigen Vorjahr aber zentral. Denn nach vier Prognosesenkungen 2025 reicht es nicht, schöne Sportwagen zu bauen. Porsche muss wieder beweisen, dass die Marke auch an der Börse verlässlich liefert.
Der große Turnaround ist das noch nicht. Aber Porsche liefert zumindest wieder Argumente, dass der Boden näher sein könnte als der nächste Absturz.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Porsche AG.
Heute, 20:55