Der Sportwagenbauer Porsche meldete vor kurzem wegen der weiterhin schwierigen Lage in China und in Nordamerika einen sinkenden Absatz. Im ersten Quartal 2026 verkaufte der Luxusauto-Hersteller weltweit 60.991 Fahrzeuge, 15 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Aktie hat sich trotz aller negativen fundamentalen Daten zuletzt wieder gefangen.
Als Gründe für den Absatzrückgang nannte Porsche unter anderem das Auslaufen der Produktion des Cayman und Boxster mit Verbrenner sowie entfallene Steuervergünstigungen für Elektro- und Hybridfahrzeuge in den USA. In China ging der Absatz erneut um knackige 21 Prozent auf 7.519 Sportwagen zurück. Einer der Gründe für die Kaufzurückhaltung im Reich der Mitte ist, dass das Geld bei wohlhabenden Chinesen wegen der Immobilienkrise nicht mehr so locker sitzt.
„China ist mit 24 Millionen Neuwagen der weltweit absolut wichtigste Automarkt. Damit hat man noch immer bei Porsche ein großes längerfristiges Risko im Länder-Portfolio. Entwicklung ist bei Porsche in China deutlich weniger vertreten mit Standorten als etwa bei VW, Mercedes oder Porsche. Man kann China nicht aus Zuffenhausen oder Weissach heraus gewinnen“, sagt Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer und fordert schon lange mehr Tempo und Entscheidungsfreude vom Luxusauto-Hersteller.
Im Fokus stehen am 29. April die Zahlen für das erste Quartal. Barclays-Analyst Henning Cosman erwartet ein solides Quartal, obwohl die Ausgangsbasis schwach war.
Trotz der rückläufigen Auslieferungen sollte der Umsatzrückgang voraussichtlich geringer ausfallen, weil Porsche mehr hochpreisige und margenstarke Modelle verkauft hat, insbesondere Varianten des 911 wie GTS, Turbo und GT, so Cosman.
Der Umsatz dürfte nur leicht sinken und sich auf etwa 8,5 Milliarden Euro belaufen. Gleichzeitig werden die Margen (EBIT und Free Cashflow) wahrscheinlich am oberen Ende der Jahresprognose liegen, da der Modellmix sehr profitabel sei.
Porsche investiert weiterhin in die Neuausrichtung. Für das Gesamtjahr werden deshalb deutlich höhere Belastungen erwartet. Trotzdem soll der operative Cashflow solide ausfallen, auch wegen guter Kostenkontrolle und effizientem Working Capital Management, so Cosman. In Summe bewertet Barclays die Aktie der Porsche AG weiterhin mit „Underweight“. Das Kursziel lautet 40 Euro.
Fakt ist: Für Porsche bestehen weiterhin große Risiken durch die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Belastend wirkt sich auch weiterhin die schwache Nachfrage in China aus.
"Der Fokus in den kommenden Monaten liegt nun auf der Markteinführung des vollelektrischen Cayenne", ergänzte Porsche-Vertriebsvorstand Matthias Becker. Der E-Cayenne wird ab Sommer ausgeliefert.
Ergo: Für das Gesamtjahr rechnet Porsche mit niedrigeren Verkaufszahlen als im Jahr 2025 und will sich stärker auf besonders margenstarke und leistungsorientierte Fahrzeuge konzentrieren.
CEO Leiters muss eine neue Porsche Strategie definieren und dann Stück für Stück in die Umsetzung gehen. Exklusive Nische á la Ferrari oder mehr in den Massenmarkt? Die Kursentwicklung hängt maßgeblich an China. Hier hinkt Porsche den innovativen chinesischen Herstellern weit hinterher, ein Gamechanger ist nicht in Sicht. Aufgrund der zahlreichen Probleme warten Anleger erste Schritte des neuen CEO Michael Leiters ab, die er im Rahmen der Vorlage der Q1-Zahlen formulieren könnte. Charttechnisch hat sich die Aktie nach vielen Downgrades der Analysten wieder gefangen und die 50-Tage-Linie bei 38,66 Euro überwunden. Ein neues Kaufsignal generiert die Aktie, sobald die für den langfristigen Trend wichtige 200-Tage-Linie bei 43,11 Euro überwunden wird.
Heute, 12:28