Über Jahre hinweg überstiegen die tägliche Ölförderung und vor allem die Förderkapazitäten die Nachfrage deutlich. Die Ölpreise wurden nur auf einem moderaten Niveau gehalten, weil die Opec+ das Angebot künstlich verknappte. Doch durch den Iran-Krieg und die Sperrung der Straße von Hormus hat sich diese Situation grundlegend geändert.
Denn durch das für die Weltwirtschaft wichtige Nadelöhr müssen knapp 20 Prozent der weltweiten Ölproduktion. Da diese Meerenge entgegen der Ankündigungen von Donald Trump weiterhin unpassierbar bleibt, fehlen dem Markt Tag für Tag viele Barrel. Die Freigabe von Reserven konnte zuletzt noch höhere Preise verhindern. Aktuell notieren WTI- und Brent-Öl knapp unter 100 Dollar. Und sie könnten auch weiter auf hohen Niveaus verharren.
Denn der weltweit wichtigste Ölproduzent Saudi-Arabien verfügt nach den Angriffen auf Produktionsstätten, Raffinerien und Pipelines nun über eine um rund 600.000 Barrel gesunkene Förderkapazität. Zudem sei die Kapazität der wichtigen Ost-West-Pipeline, die unter Umgehung der Straße von Hormus Öl vom Persischen Golf zum Roten Meer bringen kann, um 700.000 Barrel pro Tag zurückgegangen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf eine Quelle im Energieministerium.
Der Grund sei ein Angriff auf eine Pumpstation der Pipeline. Durch die rund 1.200 Kilometer lange Röhre können im Normalfall Medienberichten zufolge etwa 5 bis 7 Millionen Barrel pro Tag fließen. Mit einer täglichen Fördermenge von rund zehn Millionen Barrel pro Tag ist Saudi-Arabien nach den USA der zweitgrößte Ölproduzent der Welt.
In dem Bericht hieß es weiter, Angriffe hätten auch Anlagen zur Produktion von Flüssiggas (LNG) beschädigt. Bei den jüngsten Attacken auf die Ölförderanlagen des Königreichs sei ein Mensch ums Leben gekommen, berichtete SPA weiter. Zudem wurden demnach sieben Arbeiter verletzt.
Die Ölpreise verharren immer noch auf hohen Niveaus. Für effiziente Energiekonzerne wie etwa Eni oder Repsol, die selbst auch nicht im Nahen Osten aktiv sind, ist das praktisch eine Lizenz zum Geld drucken. Die beiden günstig bewerteten Dividendenperlen bleiben attraktiv. Bei Eni sollte der Stoppkurs bei 16,50 Euro belassen werden, bei Repsol bei 16,00 Euro.
Enthält Material von dpa-AFX
Heute, 07:33