Mercedes-Benz legt am Mittwoch Zahlen zum dritten Quartal vor. Vorstandschef Ola Källenius rechnet erst 2027 mit spürbarer Erholung. China bleibt die Hauptbelastung: Im dritten Quartal setzte Mercedes 491.700 Pkw und Vans ab, sechs Prozent weniger als vor Jahresfrist. Der Pkw-Absatz in China sank fast ein Drittel.
Für 2026 erwartet der Konzern 1,7 Millionen verkaufte Pkw, leicht weniger als 2025. Auch der Umsatz dürfte unter 132,2 Milliarden Euro liegen. Der Van-Absatz soll dagegen die 359.000 Vorjahreseinheiten leicht übertreffen. Die bereinigte Pkw-Marge soll 3 bis 5 Prozent erreichen, nach 5,0 Prozent 2025. US-Zölle (2025: rund eine Milliarde Euro) und Wechselkurse belasten zusätzlich. Wegen der Zölle und der schwachen Nachfrage in China muss Mercedes höhere Rabatte gewähren; der durchschnittliche Verkaufspreis sank zuletzt.
Der freie Mittelzufluss im Industriegeschäft dürfte nach 5,4 Milliarden Euro im Vorjahr (2024: 9,2 Milliarden) nochmals leicht sinken. Finanzchef Harald Wilhelm erwartet dennoch mehr als 4 Milliarden Euro. Bis April 2027 will Mercedes Aktien für eine Milliarde Euro zurückkaufen.
Analystenblick: RBC-Analyst Tom Narayan sieht China als zentrales Risiko. Die Pkw-Marge könnte im dritten Quartal unter die Jahresprognose von 3 bis 5 Prozent fallen. Da der Markt dies bereits einpreise, erwartet Narayan nur begrenzten zusätzlichen Kursdruck. Schwache Topmodelle könnten im Schlussquartal dank neuer Versionen von GLS und S-Klasse wieder anziehen.
Der Bloomberg-Konsens liegt bei 30,8 Milliarden Euro Umsatz (minus vier Prozent) und einer bereinigten Pkw-Ebit-Marge von 2,7 Prozent, nach 4,8 Prozent. Das EBIT soll mit 1,57 Milliarden Euro mehr als doppelt so hoch ausfallen wie im Vorjahresquartal, das durch Personalabbau-Sondereffekte belastet war. Beim Nettogewinn werden 1,15 Milliarden Euro erwartet, fast auf Vorjahresniveau.
Die Aktie von Mercedes-Benz konnte sich zuletzt wieder etwas erholen. Es dürfte spannend werden, ob nun endlich eine nachhaltige Bodenbildung gelingt. DER AKTIONÄR rät Anlegern aber vorerst, beim DAX-Konzern an der Seitenlinie zu verharren.
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Enthält Material von dpa-AFX
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