Die Aktie der Deutschen Lufthansa gehört heute zu den stärksten Verlierern im MDAX. Am Donnerstagvormittag verliert das Papier mehr als drei Prozent auf 7,49 Euro und zählt damit neben Jenoptik, Auto1, TKMS, Hochtief und Salzgitter zu den sechs schwächsten Werten des Tages im Index der mittelgroßen Werte. Neben der geopolitischen Lage und den damit verbundenen hohen Ölpreisen belastet heute zudem eine Abstufung durch Morgan Stanley.
Die US-Investmentbank hat die Papiere von "Overweight" auf "Equal-Weight" abgestuft und das Kursziel von 9,40 auf 7,50 Euro reduziert. Als Begründung wurden vor allem die Unsicherheiten rund um die Treibstoffpreise genannt, die infolge des Nahostkonflikts längerfristig deutlich steigen könnten. Selbst wenn sich die Lage im Iran in den nächsten Wochen beruhigt, ist laut Einschätzung von Morgan Stanley nicht mit schnellen Preisrückgängen zu rechnen. Ursache dafür sind mögliche Engpässe bei Raffinerien, Transportwegen und Lagerkapazitäten, die eine Normalisierung hinauszögern dürften.
Lufthansa-Chef Carsten Spohr wandte sich am Dienstag dieser Woche an die Mitarbeiter und warnte laut Der Spiegel unter Berufung auf interne Kreise vor der Möglichkeit einer Krise, die den deutschen Luftfahrtkonzern treffen könnte. Der Konzern könnte demnach 20 bis 40 Flugzeuge stilllegen und die Gesamtsitzkapazität um 2,5 bis 5 Prozent reduzieren. Spohr erwähnte außerdem die Möglichkeit staatlicher Lohnunterstützung, also Kurzarbeit.
Die Aktie der Deutschen Lufthansa hat in den vergangenen Wochen deutlich verloren. Derzeit versucht sich der Wert an einer Bodenbildung. Hierfür wäre aber wichtig, dass die jüngsten Tiefs sowie insbesondere das Oktober-Tief 2025 bei 6,72 Euro nicht unterschritten werden. Kommt es jedoch zu einer Wende im Iran-Krieg, könnte die Aktie schnell wieder zu den Gewinnern gehören. Investierte Anleger bleiben dabei, sichern ihre Position aber mit einem Stopp bei 5,00 Euro nach unten ab.
Heute, 10:50