29.11.2019 Michael Schröder

Hightech made in Germany: Aixtron, Dialog Semiconductor, Evotec, Infineon, United Internet und Co im Quick-Check

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Aixtron
Trendthema

Amazon, Apple, Microsoft und Co. Alle Welt spricht nur von den großen US-Hightechs. Dabei haben auch die heimischen Technologie-Unternehmen einiges zu bieten. Auch in Sachen Quartalszahlen müssen sich die 30 TecDAX-Vertreter nicht verstecken. Bis auf wenige Ausnahmen wurden die Jahresprognosen mindestens bestätigt. DER AKTIONÄR gibt eine kurze Einschätzung zu ausgewählten Werten.

Aixtron: In den Startlöchern

Die Sorge vor einer anhaltenden Investitionszurückhaltung der Kunden drückt bei Aixtron auf die Stimmung. Gelingt es dem Vorstand, bei anziehender Nachfrage auch die Margen zu verbessern, dürfte die Aktie den nächsten Versuch starten, den horizontalen Widerstand bei 10,50 Euro zu attackieren.

Aixtron (WKN: A0WMPJ)

Cancom: Ab in die Wolke

Trotz Handelsstreit und Konjunktursorgen investieren Unternehmen weiter stark in die Digitalisierung ihres Geschäfts. Vor allem ein Megatrend ist dabei gefragt: Cloud-Computing. Auch bei Cancom zählen die Cloud-Lösungen zu den wichtigen Umsatztreibern. Die Investitionen des Vorstands, insbesondere der Ausbau des margenstarken Managed-Services- und Software-Geschäfts machen sich bezahlt. Cancom sieht sich nach dem dritten Quartal auf Kurs, um seine im August angehobenen Jahresziele zu erreichen. Der starke Auftragsbestand deutet auf eine gute Entwicklung im Schlussquartal hin.

Dialog Semiconductor: Der Fokus passt

Die Aktie von Dialog Semiconductor zeigte sich zuletzt recht volatil – vor und nach Veröffentlichung der Q3-Zahlen. Dabei hat der Chipentwickler recht erfreuliche Zahlen präsentiert, also nicht nur einen Rekordumsatz erzielt, sondern auch das Betriebsergebnis gesteigert und vor allem einen starken Free-Cashflow generiert. Die Fokussierung auf wachstumsstarke Segmente in den Zielmärkten macht sich bezahlt. Das etwas schwächere Schlussquartal kommt wegen der Veränderungen in der Geschäftsbeziehung mit Apple nicht unerwartet. Am Ende ist die Aktie daher auch auf ein neues Rekordhoch gestiegen.

Evotec: Ruhe bewahren

Trotz einiger starker Deals und News in den vergangenen Wochen kommt die Evotec-Aktie derzeit einfach nicht in die Gänge. Auch die jüngste Prognoseanhebung ging an der Aktie bislang spurlos vorbei. Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis der Kurs wieder anspringt.

Infineon: Ruhe vor dem nächsten Sturm

Die Infineon-Aktie zählte in der jüngsten Vergangenheit zu den Top-Performern im DAX. Selbst ein verhaltener Ausblick von Vorstand Reinhard Ploss konnte den Aufwärtstrend der Aktie nicht wirklich stoppen. Gelingt der Sprung über die 20-Euro-Marke, wäre der Weg aus technischer Sicht für einen Zwischenspurt bis zum Jahreshoch aus dem April im Bereich um 21,60 Euro geebnet.

Infineon Technologies (WKN: 623100)

Nemetschek: Mehr Zuversicht und neuer Vorstand

Der Bausoftwarehersteller Nemetschek wird nach einem starken Wachstum im dritten Quartal optimistischer. Das schwächere Lizenzwachstum wurde durch stark steigende Abonnementerlöse aufgefangen. Die Jahresprognosen für Umsatz und Ergebnis sollen daher jeweils am oberen Ende der Spanne erreicht werden. Die Aktie hat nach den Zahlen deutlich an Wert zugelegt und steht vor dem Sprung auf ein neues Rekordhoch. Ex-Rational-Vorstand wird zum Jahreswechsel neuer Finanzchef.

Software AG: Wieder auf Kurs

Die Geschäfte bei der Software AG haben sich im dritten Quartal nach einer schwierigen ersten Jahreshälfte spürbar belebt. Sowohl die zuletzt enttäuschende Digitalsparte zur Verzahnung von IT-Systemen als auch das Datenbankgeschäft überzeugten. In Zukunft will Vorstand Sanjay Brahmawar die Qualität der Erlöse verbessern, indem die Software AG vermehrt wiederkehrende und damit vorhersehbarere Umsatzströme generiert. Zudem will sich der Konzern wieder auf Produktinnovationen fokussieren.

United Internet: Trendwende voraus?

Nach zwei Gewinnwarnungen und der teuren 5G-Auktion sind die Papiere von United Internet im Laufe des Jahres stark unter Druck geraten. Die Q3-Zahlen sind nun zumindest solide. Der Konzern steigerte die Erlöse um 1,7 Prozent auf 3,88 Milliarden Euro und das EBITDA um 7,9 Prozent auf 944 Millionen Euro, profitierte aber auch von einer Bilanzierungsänderung. Zuvor wurde bekannt, dass sich die Rocket Internet mit knapp 5,5 Prozent an dem Konzern beteiligt.

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